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Trierer Bischof setzt Reformpaket der Synode in Kraft

Die Abstimmung
Die Abstimmung FOTO: Rolf Seydewitz
Trier. Mit der mehrheitlichen Verabschiedung des Schlussdokuments ist die Tierer Bistumssynode am späten Samstagabend nach zweieinhalb Jahren zu Ende gegangen. 212 von 234 Synodalen (90 Prozent)stimmten für das Dokument. Rolf Seydewitz

Eine Zweidrittel-Mehrheit war für die Annahme nötig. Mit der Unterschrift von Bischof Stephan Ackermann wurde das Dokument rechtskräftig. Zuvor hatten die Mitglieder des Beratungsgremiums  in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin noch einmal über eine Flut von Änderungsanträgen zu entscheiden .

Einer der amüsantesten am letzten Tag: aus Anhang A wird Anhang B, und aus Anhang B wird Anhang A. 95 Prozent der Synodalen stimmten dafür. "Jetzt wird es aber allerhöchste Zeit", sehnte Priesterreferent Markus Nicolay über Twitter das Ende der Diskussion herbei. Kurze Zeit später war die Synode tatsächlich vorüber.

Ein Ergebnis der zweieinhalb Jahre dauernden Reformüberlegungen: Die Zahl der Pfarreien im Bistum wird in den nächsten Jahren deutlich reduziert - von knapp 900 auf etwa 60. Außerdem bekommen Laien mehr Mitsprache- und Mitwirkungsrechte. Was aufhorchen lassen dürfte: Die Kirche im Bistum Trier legt für sich fest, dass der Familienbegriff auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Patchwork-Beziehungen und Nicht-Verheiratete gilt. Bei Trennung, Scheidung oder Wiederverheiratung soll nur noch in Ausnahmefällen von Scheitern gesprochen werden.

Es war die erste Synode in der katholischen Kirche Deutschlands seit 26 Jahren. Bischof Stephan Ackermann hatte sie einberufen, weil er wichtige Weichenstellungen für das Bistum nicht alleine entscheiden wollte. Die Umsetzungsphase wird laut Generalvikar Georg Bätzing drei bis fünf Jahre dauern. "Wir haben jetzt den Teig gemacht, aber er muss noch gebacken werden", sagte der Verwaltungschef des Bistums.

Lob gab's von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Oberkirchenrätin Barbara Rudolph sprach am Samstagabend von einer "ökumenischen Synode", die die ganze Region geprägt habe. "Danke für Ihren Mut", sagte die Oberkirchenrätin an die Adresse des Trierer Bischofs Stephan Ackermann.

Das Bistum hat sich die zweieinhalbjährige Synode zwei Millionen Euro kosten lassen.