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Gesundheit
Grippewelle in der Region so heftig wie lange nicht mehr

FOTO: Arno Burgi / dpa
Trier. Fast 600 gemeldete Fälle hat es seit Jahresbeginn gegeben. Trierer Experte geht davon aus, dass Höhepunkt noch nicht erreicht ist.

Die Grippewelle hat die Region fest im Griff. So heftig wie in diesem Jahr war sie schon lange nicht mehr. Seit Anfang des Jahres wurden 589 Grippefälle in der Region registriert. Zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr waren es 451 Landesweit hat es nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes (LUA) seit Januar 3252 Fälle von Influenza, wie die Grippe offiziell heißt, gegeben. LUA-Sprecherin Kerstin Stiefel geht davon aus, dass die Zahl der Erkrankten deutlich höher liegt. Offiziell erfasst würden nur die Fälle, für die es einen bestätigten Labornachweis des Grippevirus gebe.

Allein in Trier und Trier-Saarburg hat es seit Januar 363 gemeldete Grippe-Fälle gegeben, wie der stellvertretende Leiter des zuständigen Gesundheitsamtes, Horst van Hees, bestätigt. Er geht davon aus, dass der Höhepunkt der Grippewelle noch nicht erreicht ist. Mit ein Grund dafür ist das trockene, kalte Wetter. Dadurch können sich die Influenza-Viren besser und schneller ausbreiten. Aus dem Vulkaneifelkreis werden 160 neue Fälle allein in den vergangenen zwei Wochen gemeldet. Volker Schneiders, Leiter des Dauner Gesundheitsamts, rät sogenannten Risiko-Patienten, also etwa chronisch Kranken, Schwangeren und über 60-Jährigen, sich noch gegen Grippe impfen zu lassen. Zwar dauere es zwei Wochen bis der Impfstoff wirke, da aber davon auszugehen sei, dass die Grippewelle noch bis zu fünf Wochen anhalte, bestehe trotzdem ein gewisser Schutz. Schneiders empfiehlt den Vierfachimpfstoff, den aber nicht alle Krankenkassen bezahlen (der TV berichtete). Dieser wirke besser gegen als der vor der Erkrankungswelle offiziell empfohlene Dreifachimpfstoff.

Auch in vielen Betrieben und Schulen grassiert die Grippe. Derzeit fehlten mehr Lehrer und Schüler als üblich, heißt es etwa aus der Integrierten Gesamtschule Trier. Auch die Trierer Stadtverwaltung meldet einen erhöhten Krankenstand. Genau wie die Klinik Mutterhaus in Trier. Dort würden auf den Stationen für innere Erkrankungen und in der Notaufnahme mehr Grippepatienten behandelt, auf der Kinderstation lägen derzeit sechs  kleine Influenza-Patienten, sagte eine Krankenhaussprecherin.