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Verkehr
Groko will schnelleInfos über Kerosinablässe

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA führen im Januar 2018 erstmals gemeinsame Forschungsflüge in Deutschland durch. Im Fokus stehen die Emissionen von alternativen Kraftstoffen und die Charakterisierung der Eiskristalle in Kondensstreifen, wobei exemplarisch Biokraftstoff zum Einsatz kommt. Foto: DLR
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA führen im Januar 2018 erstmals gemeinsame Forschungsflüge in Deutschland durch. Im Fokus stehen die Emissionen von alternativen Kraftstoffen und die Charakterisierung der Eiskristalle in Kondensstreifen, wobei exemplarisch Biokraftstoff zum Einsatz kommt. Foto: DLR FOTO: Florian Friz / TV
Trier. Die im Fachjargon „Fuel dumping“ genannten Kerosinablässe von Zivilflugzeugen und Militärjets könnten schon bald zeitnah veröffentlicht werden. Das sieht eine Forderung im 177 Seiten starken Koalitionsvertrag von Union und SPD vor. Von Rolf Seydewitz

Im Abschnitt Verkehr heißt es wörtlich: „Wir wollen auf die Deutsche Flugsicherung einwirken, die Treibstoffschnellablässe zeitnah auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.“Bislang ist die Flugsicherung (DFS) dazu nicht verpflichtet. Derzeit werden Fuel dumpings nur einmal im Halbjahr von der DFS an das Bundesverkehrsministerium gemeldet. Zuletzt wurden die Treibstoffablässe vom Ministerium immer dann veröffentlicht, wenn Abgeordnete sich danach erkundigt hatten.

Vor allem in Rheinland-Pfalz sind die Spritablässe seit Jahren ein Erregethema. Nach offiziellen Angaben wurden im vergangenen Jahr bundesweit 580 Tonnen Kerosin abgelassen, ein Großteil davon – 370 Tonnen – über Rheinland-Pfalz. Die Spritablässe dienen dazu, das Gewicht der Flugzeuge vor einer außerplanmäßigen Landung zu reduzieren.  Kritiker warnen vor ungewissen Folgen für Menschen und Umwelt.

Mit Spannung wird ein vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten erwartet, das im November vorliegen soll. Rheinland-pfälzische Politiker, darunter auch Verkehrsminister Volker Wissing, fordern schon seit längerem, dass Länderbehörden und die Öffentlichkeit zeitnah über Treibstoffablässe informiert werden.

Aus dem Archiv: Treibstoffregen über Rheinland-Pfalz nimmt zu