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US-Kampfjets aus Spangdahlem starten zu Libyen-Einsatz

FOTO: (Digital)
Trier. Die US-Luftwaffe setzt bei den Angriffen auf libysche Stellungen nach Informationen des Trierischen Volksfreunds F16-Kampfjets ein, die in Spangdahlem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) stationiert sind.

Eine Sprecherin der amerikanischen Streitkräfte bestätigte auf Anfrage des Volksfreunds, dass auch Kampfjets der Airbase an der Operation "Odyssey Dawn" zur Durchsetzung des Flugverbots für die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi beteiligt sind. Nähere Angaben wollte die Airforce-Sprecherin nicht machen.

In Spangdahlem sind 29 Kampfflugzeuge vom Typ F16 stationiert. Wie viele dieser auch für Bodenangriffe geeigneten Jets über Libyen im Einsatz sind, war zunächst nicht bekannt, auch nicht, ob die Maschinen zumindest zeitweise auf einen Militärstützpunkt am Mittelmeer verlegt werden.

Nach Informationen des Trierischen Volksfreunds ist es wahrscheinlich, dass die Spangdahlemer Kampfjets von ihrer Heimatbasis aus zu Einsätzen nach Libyen fliegen und anschließend wieder zurück. Die F16 werden dann in der Luft zwischendurch aufgetankt.

Unterdessen kritisierte der rheinland-pfälzische SPD-Vorsitzende Kurt Beck die deutsche Stimmenthaltung beim Beschluss über den Militäreinsatz in Libyen. "Das war die erste wichtige Entscheidung im UN-Sicherheitsrat, und die hat die Bundesregierung in den Sand gesetzt", sagte Beck bei einem Besuch in der Redaktionskonferenz des Trierischen Volksfreunds. Zwar ist der Mainzer Ministerpräsident gegen eine direkte Beteiligung deutscher Soldaten an den Kampfeinsätzen. "Aber wir hätten logistische Unterstützung anbieten können, beispielsweise unser Lazarettschiff."

Auswirkungen hat der Libyen-Einsatz auch auf den Flughafen Hahn. Weil der sizilianische Flugplatz Trapani für Zivilflugzeuge gesperrt ist, wurden sämtliche Ryanair-Flüge dorthin für unbestimmte Zeit gestrichen.

Extra: Aktuelle Berichte zum Krieg in Libyen in unserem Dossier