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Verkehr
Neue Pläne in Nordrhein-Westfalen schrecken Land auf: Rückt Eifelautobahn nun in weite Ferne?

Mainz/Kelberg/Düsseldorf. Pläne aus Nordrhein-Westfalen, eine Trasse zu ändern, stoßen auf Verwunderung beim rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). An den Plänen des Landes ändere sich hingegen nichts.
Florian Schlecht

Die Autobahn 1 führt von der Ostsee bis ins Saarland. Fast. Denn zwischen dem Vulkaneifel-Ort Kelberg und Blankenheim klafft eine Lücke von gut 25 Kilometern. Diese zwingt Pendler, Touristen oder Transportunternehmen, auf kleinere Straßen abfahren oder Umwege in Kauf nehmen zu müssen. Das kostet Zeit.

Zuletzt schienen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg, die Lücke zu schließen. Doch nun wecken neue Pläne im Nachbarland die Sorge, dass Nordrhein-Westfalen seine Abschnitte deutlich langsamer ausbaut als Rheinland-Pfalz. Denn das CDU-geführte nordrhein-westfälische Verkehrsministerium hat angekündigt, seine Trasse zwischen Blankenheim und Lommersdorf neu zu planen, die bei sechs Kilometern angesetzt war. Mit den neuen Plänen wolle das Land Umwelt-, Natur- und Artenschutz besser gerecht werden, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Details sollen am Freitag vorgestellt werden.

Einen nahtlosen Lückenschluss zwischen beiden Ländern kann sich der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) unter den Umständen kaum mehr vorstellen. „Ich befürchte, dass sich der Anschluss in unserem Nachbarland um Jahre verzögert“, sagt er. Zugleich kündigte Wissing an, den rheinland-pfälzischen Teilabschnitt zwischen Kelberg und Adenau, der 205 Millionen Euro kosten soll, wie geplant voranzutreiben. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 wolle das Land Baurecht haben. Maximale Beschleunigung verlange er auch von Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagt: „Ich bin irritiert und empört, dass die Planungen neu aufgenommen werden.“

Kritik äußert auch Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. Er sagt: „Nach fast 40 Jahren Wartezeit erwarten wir, dass keine weiteren Jahre für die Planung benötigt werden, um dem Lückenschluss näherzukommen.“ Gegenüber Unternehmen und Menschen in der Region sei das nicht vertretbar.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Gordon Schnieder wirft dem Land vor, „Ängste zu schüren“ und nannte einen längeren Ausbau „Spekulation“. Der Vulkaneifeler lobt, dass das Nachbarland Rechtssicherheit gegen Kläger schaffe. Umstritten ist der Lückenschluss auch in Rheinland-Pfalz: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hat mit einer Klage gedroht, weil die A1 geschützte Arten zerstöre.

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