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(Video) Rock am Ring wird nach schweren Unwetter fortgeführt: 33 Verletzte nach zwei Blitzeinschlägen

FOTO: Mario Hübner
Mendig. Während eines heftigen Gewitters sind bei Rock am Ring in Mendig 33 Personen durch zwei Blitzeinschläge verletzt worden. Aus Sicherheitsgründen wurde auch der Auftritt von Fritz Kalkbrenner abgebrochen. Das Festival wird planmäßig fortgeführt. Sebastian Klipp

Zwei Schwere Gewitter sind gestern über das Festivalgelände von Rock am Ring in Mendig gezogen. "Wir wussten nicht, ob wir von den Unwettern betroffen sein würden", sagt Marek Lieberberg. Angaben von Meteorologen seien widersprüchlich gewesen. Der erste Blitzeinschlag ist gegen 1.30 Uhr im Backstagebereich erfolgt. Dabei wurden acht Prodktionshelfer verletzt. Einen weiteren Blitzeinschlag habe es um 3.39 Uhr im VIP-Campingbereich gegeben. Dabei wurden 25 Festivalbesucher verletzt. Das Festival wird wird wie geplant fortgeführt.

Lewentz und Dreyer vor Ort

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz haben sich vor Ort einen Eindruck vom Geschehen gemacht. Mehre Pavillons waren in der Nacht von starken Wind weggeweht worden. Zum Zeitpunkt des ersten Gewitters haben sich noch etwa 7000-8000 Besucher vor der Crater Stage aufgehalten. Konzertveranstalter Marek Lieberberg ist während der Zugabe von Marilyn Manson auf die Bühne gegangen und hat die Besucher gebeten, sich in die Zelte zu begeben. Als die erste Gewitterfront vorübergezogen war, startete das Konzert von Fritz Kalkbrenner. Nach einer Meldung über eine zweite Gewitterfront, die noch wesentlich stärker als die erste sein sollte, hat Marek Lieberberg auch dieses Konzert um 2.15 Uhr abgebrochen.

Verletzte auf dem Weg der Besserung

Es soll keine Schwerverletzten gegeben haben. "Die meisten Besucher sind auf dem Weg der Besserung", sagt Lieberberg. Die Rettungskräfte seien planmäßig zu ihren Einsatzorten gelangt. Das bestätigt Dr. Kuhn, die hier den Einsatz leitet. Sie spricht von 33 Verletzten, die von insgesamt zwei Blitzeinschlägen verletzt worden seien. Allen Verletzten gehe es gesundheitlich gut und sie können vermutlich heute oder morgen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Es wurde kein Mensch direkt von einem Blitz getroffen. Es handelt sich in allen Fällen um indirekte Einwirkung, die zum Beispiel durch das Anfassen eines Metallzauns erfolgen kann. "Dadurch sind Herz-Rhythmus-Störungen aufgetreten", sagt Kuhn.

Bühnen beschädigt

Die Bühnen hatten teilweise Risse im Dach, die optische Gestaltung als Krater- und Vulkanbühne wurde vom Wind weggeweht, sagt Lieberberg. "Wir haben hier die besten Bühnen der Welt, aber gegen rohe Naturgewalt ist man machtlos." Die Risse im Dach seien mittlerweile repariert. Am Auftrittsplan für heute ändere sich daher nichts, sagt Lieberberg. Für heute sind kleinere Regenfälle gemeldet.

Der Schreck sitzt tief - Festivalbesucher berichten vom Unwetter bei Rock am Ring in Mendig

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 Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (Bildmitte) spricht während der Pressekonferenz von Rock am Ring am Samstag zum nächtlichen Unwetter. Mit im Bild: der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm, Polizeidirektor Gerd Bertram und Marek Lieberberg (von links).
Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (Bildmitte) spricht während der Pressekonferenz von Rock am Ring am Samstag zum nächtlichen Unwetter. Mit im Bild: der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm, Polizeidirektor Gerd Bertram und Marek Lieberberg (von links). FOTO: Sven Eisenkrämer