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US-Militär
Was plant US-Präsident Donald Trump in Spangdahlem?

Donald Trump, Präsident der USA, nimmt an einer Zeremonie zum Kommandowechsel in der Zentrale der US-Küstenwache teil. Foto: dpa
Donald Trump, Präsident der USA, nimmt an einer Zeremonie zum Kommandowechsel in der Zentrale der US-Küstenwache teil. Foto: dpa FOTO: dpa / Jacquelyn Martin
Spangdahlem/Ramstein. Prüft das US-Verteidigungsministerium einen Abzug der in Deutschland stationierten Soldaten? Das Pentagon dementiert.

Ein Medienbericht der Washington Post sorgt für Unruhe in Rheinland-Pfalz. Laut der Zeitung soll das US-Verteidigungsministerium die Kosten und Auswirkungen eines großangelegten Rückzugs oder einer Verlegung von in Deutschland stationierten Truppen prüfen – wie im Eifelort Spangdahlem. US-Präsident Donald Trump habe sich erstaunt über die Truppenstärke mit gut 35 000 stationierten Soldaten in Deutschland gezeigt und beschwert, dass andere Nato-Mitgliedstaaten ihren Verpflichtungen nicht nachkämen, schrieb die Zeitung. Das Pentagon wies den Bericht jedoch zurück.

Das rheinland-pfälzische Innenministerium wollte am Wochenende keinen Kommentar zu „nirgends bestätigten Pressevermutungen“ abgeben. „Die Landesregierung steht wie bisher zur Stationierung der Streitkräfte im Land“, sagte eine Sprecherin. Minister Roger Lewentz (SPD) hatte bei einem USA-Besuch im Frühjahr noch erfahren, dass die Vereinigten Staaten bis 2023 mehr als zwei Milliarden US-Dollar (gut 1,6 Milliarden Euro) in die rheinland-pfälzischen Standorte investieren wollen. Nach Spangdahlem sollen mehrere Hundert Millionen Euro fließen – wie in ein neues Krankenhaus und in Vorbereitungen, eine Spezialeinheit aus dem englischen Mildenhall aufzunehmen. Joachim Streit, Landrat von Bitburg-Prüm, geht davon aus, dass die Präsenz der US-Streitkräfte in Deutschland die Präsidentschaft von Trump überdauern werde.

Detlev Besier von der Friedensini­tiative Westpfalz sagte am Wochenende vor dem Luftwaffenstützpunkt Büchel: „Einen Abzug von Truppen und Atomwaffen würden wir natürlich begrüßen.“ Aktivisten hatten sich in der Eifel zu einer symbolischen Blockade versammelt. 40 Minuten lang blockierten Friedensaktivisten nach Veranstalter-Angaben auch den Stützpunkt Ramstein in der Pfalz. Die Polizei stellte die Personalien von 13 Teilnehmern fest, die der Aufforderung nicht nachkamen, die Straße frei zu geben. An einer Demo nahmen nach Polizeiangaben 1500 Menschen teil.