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Wenn Minijobs zur Armutsfalle werden

Trier. Die Gefahr, in die Armut zu rutschen, hat in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Die Steigerung der sogenannten Armutsgefährdungsquote um etwa fünf Prozent sieht der Deutsche Gewerkschaftsbund vor allem als Folge der Ausweitung des Niedriglohnsektors. Rainer Neubert

"Insbesondere bei Geringqualifizierten und Berufseinsteigern hat das zu teils massiven Lohnverlusten geführt", sagt DGB-Sekretär James Marsh. Inzwischen sei aber auch mehr als jeder fünfte Rentner in Rheinland-Pfalz von Armut betroffen oder bedroht. "Kinder bleiben ein Hauptarmutsrisiko, vor allem für Alleinstehende."

Generell haben Frauen auch in klassischen Familien ein höheres Armutsrisko als Männer, weil sie häufiger den Erziehungspart übernehmen und in der Folge deutlich geringere Rentenleistungen erhalten. Denn oft geben sie sich mit einem Minijob zufrieden, wenn die Kinder groß sind. Fällt dann der Ehemann überraschend weg, reicht das eigene Geld nicht für das tägliche Leben. Angelika Winter, Frauenbeauftragte der Stadt Trier, spricht deshalb von einer Armutsfalle. "Eine geringfügige Beschäftigung als einzige Einkommensquelle ist niemals gut."

Der Palais e.V. in Trier ist eine von vier Beratungsstellen im Land, die hilft, den beruflichen Wiedereinstieg zu finden. Genau das ist Thema am Dienstag, 7. Juni, 11 Uhr, im Perspektivencafé (siehe Extra).

Extra
"Neue Chancen" nennt sich die Beratungsstelle zum beruflichen Wiedereinstieg beim Palais e.V. in Trier, Christophstraße 1. Frauen und Männer aus Trier und den vier Kreisen der Region werden dort individuell beraten. Das Angebot wird vom Land und dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Es ist kostenlos für die Teilnehmer, die auch nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet sein müssen. r.n.
Telefon 0651/41061, E-Mail neue-chancen@palais-ev.de ; www.palais-ev.de