| 21:48 Uhr

Widerstand gegen Hochmoselübergang: Ein später Bärendienst

Reichlich spät regt sich der Widerstand der so genannten Weinpäpste Pigott, Johnson und Robinson gegen den Bau des Hochmoselübergangs, mit dem die A 60 in Richtung Rhein-Main-Region verlängert werden soll. Von Lars Ross

Das Projekt ist seit Jahrzehnten geplant, nach gerichtlicher Überprüfung genehmigt und im Bau. Nun mobilisieren die renomierten Weinjournalisten ihr internationales mediales Netzwerk gegen den Brückenbau: In den USA verbreiten New York Times und Wallstreet Journal, in Großbritannien Guardian und Independent die These, dass das Bauwerk die Qualität des Weins an der gesamten Mosel bedroht. Sie erweisen der Region damit einen Bärendienst. Die Brücke mag groß, teuer und hässlich sein. Sie überspannt aber nicht die gesamte Mosel zwischen Trier und Koblenz, sondern eine Stelle zwischen Ürzig und Zeltingen. Das verkürzte Bild, das da vom Hochmoselübergang und seinen Folgen gezeichnet wird, schadet dem zurecht ausgezeichneten Ruf und der Vermarktung des Mosel-Rieslings mehr, als die punktuelle Naturzerstörung beim Brückenbau der Weinqualität je schaden kann.

l.ross@volksfreund.de