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Tipps für den Hochsommer
Wie man die Hitzewelle am sichersten übersteht

Trier. Alljährlich schnellt mit den Temperaturen auch die Zahl der Tipps zum richtigen Umgang mit ihnen in die Höhe. Der TV hat die besten Ratschläge gesammelt.

Seit Wochen halten sich die Temperaturen in Rheinland-Pfalz konstant über dreißig Grad, nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird sich daran erst einmal wenig ändern. Auch die Trockenheit macht Mensch und Tier vielerorts zu schaffen. In den vergangenen vier Wochen wurden an der Wetterstation am Trierer Petrisberg gerade einmal vier Liter Niederschlag pro Quadratmeter erfasst.

Auto: Ein bekannter Gefahrenbereich ist das Auto. Selbst bei vergleichsweise geringen Temperaturen kann es sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Um sich davor zu schützen, sollte man vor der Fahrt gründlich lüften und immer genug Wasser vorrätig haben. Auch für das Auto selbst stellt die Hitze eine Gefahr dar. Am häufigsten lassen sich Pannen im Sommer auf die Batterie zurückführen. „Der Wohlfühlbereich einer Batterie liegt bei 20 bis 35 Grad. Extreme Hitze führt dazu, dass sich auch die Batterie viel schneller entlädt“, sagte Dietmar Clysters vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe der Nachrichtenagentur DPA. Um das zu verhindern, sollte man die Batterie bei einer langen Standzeit ausstecken. Ebenfalls häufig sind Reifenpannen, die durch eine Kombination aus zu geringem Luftdruck und hoher Asphalttemperatur hervorgerufen werden können.

Tiere: Dass man im Auto keine Hunde zurücklassen sollte, dürfte allgemein bekannt sein. Doch bei den Vierbeinern gilt es noch mehr zu beachten. Die Tierschutzorganisation PETA rät, Hunde vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, um einen Sonnenbrand zu verhindern. Bei langen Autofahrten mit Hund solle man zudem alle zwei Stunden pausieren, so Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Medikamente: Wer Arzneimittel im Auto zurücklässt, kann aufgrund der hohen Temperaturen ebenfalls eine böse Überraschung erleben. Manche Medikamente verlieren durch die Hitze ihre Wirkung, warnt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe in der Zeitschrift „Neue Apotheken Illustrierte“.

Alkohol: Auch bei Alkohol ist bekanntermaßen Vorsicht geboten, darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hin. Wer es übertreibt, riskiert Kreislaufprobleme bis hin zur Bewusstlosigkeit. Da dem Körper durch Alkohol Mineralstoffe verloren gehen, kann es leichter zu Hitzschlägen kommen.

Sonnenstich: Ohnehin sollten gerade Menschen mit dünnem oder lichtem Haar zum Schutz vor einem Sonnenstich eine Kopfbedeckung tragen, rät die Johanniter-Unfall-Hilfe. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit.

Hitzschlag: Um den Sonnenstich vom Hitzschlag zu unterscheiden, ist vor allem die Gesichtsfarbe maßgebend. Ist der Kopf blass, ist von einem Hitzschlag auszugehen, sagte Ralf Sick von der JUH der DPA. Dabei solle man sich flach auf ein Sofa oder den Boden legen, um den Kreislauf zu stabilisieren und einen Sturz zu verhindern. Ein roter Kopf hingegen deutet auf einen Sonnenstich hin. Wer das feststellt, sollte sich wenn möglich hinsetzen, sodass der Kopf erhöht gelagert ist. Dann sollten Unterschenkel und Unterarme vorsichtig gekühlt werden. Eine schlagartige Abkühlung, etwa durch kaltes Duschen, kann hingegen gefährlich werden.

Duschen: Selbst ohne Vorbelastung des Kreislaufsystems kann man beim Duschen im Sommer einiges falsch machen. Kalt duschen sorgt nur für kurzfristige Abkühlung, eine warme Dusche hingegen weitet die Gefäße und lässt den Körper so mehr Wärme abgeben. Sind diese durch die Hitze ohnehin schon geweitet, verpufft dieser Effekt allerdings. Von Experten wird daher ein Mittelweg empfohlen. Zudem warnt Prof. Bernadette Eberlein, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München: „Mehrmals tägliches Duschen trocknet die Haut aus“. Laut Erhard Hackler von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe könne bereits einmal duschen am Tag zu viel sein, wenn man ohnehin unter trockener Haut leidet. Da Duschgel und Seife die Haut zusätzlich austrocknen, sollte man generell darauf verzichten, diese großflächig einzusetzen.

Garten: Auch im Garten erfordert die Hitze besondere Maßnahmen. Der Tipp, bei Hitze solle man tagsüber weder Rasen mähen noch die Blumen gießen, ist dabei allgegenwärtig. Während Ersteres uneingeschränkt stimmt, rät Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin, Pflanzen mit hängenden Blättern lieber sofort zu gießen. „Wenn die Pflanzen Durst haben, haben sie Durst.“

(nod/dpa)