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Wieder hinter Gittern: Ex-Gesundheitsmanager Doerfert

Trier. Der ehemalige Trierer Gesundheitsmanager Hans-Joachim Doerfert (69) sitzt seit Montag wieder im Gefängnis. Das bestätigte ein Sprecher der Koblenzer Staatsanwaltschaft auf Volksfreund-Anfrage. Rolf Seydewitz

Ungeachtet einer laufenden Verfassungsbeschwerde sitzt der zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilte Hans-Joachim Doerfert wieder hinter schwedischen Gardinen - siebeneinhalb Jahre nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis in Diez. Der 69-jährige Jurist habe sich am Montagmorgen zum Strafantritt gestellt, sagte der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen unserer Zeitung. Nach Aussage von Doerferts Verteidiger Paul Greinert muss sein Mandant die Gefängnisstrafe in Trier absitzen. Das Koblenzer Landgericht hatte Hans-Joachim Doerfert 2012 wegen Insolvenzverschleppung, Betrugs und Untreue zu anderthalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Hintergrund war Doerferts Engagement bei zwei Gesundheitsunternehmen, die pleitegegangen waren. Der 69-Jährige hatte die Vorwürfe stets bestritten. Zuletzt hatte das Koblenzer Oberlandesgericht eine Revision Doerferts gegen das Urteil des Landgerichts als unbegründet verworfen. Gegen diese Entscheidung hat Doerferts Verteidiger Verfassungsbeschwerde eingelegt, über die noch nicht entschieden ist. Die Beschwerde hat auch keine aufschiebende Wirkung - der Grund, warum der 69-Jährige jetzt seine Strafe antreten muss. Weiter unklar ist derweil, was mit Doerferts laufender Bewährung aus einer älteren Verurteilung geschieht. Wird diese widerrufen, drohen dem Trierer Gesundheitsmanager weitere Jahre Haft. Unklar ist auch, was Doerferts Gesundheit macht. Nach eigenen Angaben leidet er unter mehreren Erkrankungen.