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Wirtschaft
1000 Euro und mehr: Regionale Wirtschaft lobt Meisterbonus in Rheinland-Pfalz

Ampelkoalition fördert berufliche Aufstiege. Der Opposition im Mainzer Landtag reicht das noch nicht - sie fordert eine Ausweitung. Von Florian Schlecht
Florian Schlecht

Von Florian Schlecht

Kammern in Rheinland-Pfalz beklagen zu wenig Azubis. Ein Rezept, um den Mangel zu beheben, soll nach Wunsch der Landesregierung der Meisterbonus sein. Wer sich beispielsweise zum Meister weiterbildet, bekommt vom Land eine Förderung von 1000 Euro. 2500 Euro gibt es darüber hinaus für Absolventen, die sich auf der Grundlage einer Meisterprüfung oder einer gleichwertigen Fortbildung selbstständig machen.

Die Kammern in Trier loben den Bonus, der rückwirkend zum 1. Januar 2017 eingeführt wurde. Matthias Schwalbach, Geschäftsführer der Handwerkskammer Trier, sagt: „Die Bewerbung des Handwerks muss langfristig intensiv gefördert werden, damit die Ausbildungszahlen nachhaltig steigen. Denn nur der Geselle ist ein potenzieller Meisterschüler, Ausbilder und Unternehmer.“ Erst mittelfristig erwartet Schwalbach, dass der Bonus die Aufnahme neuer Lehrverhältnisse in der dualen Berufsausbildung beflügelt. Ulrich Schneider von der Industrie- und Handelskammer Trier sieht es ähnlich. Er nennt den Aufstiegsbonus „ein wichtiges Signal in Richtung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“.

Nach Angaben des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums erwartet das Ministerium rückwirkend für 2017 und für dieses Jahr insgesamt gut 7300 Förderanträge. Finanziell geht das Land dabei insgesamt von Bewilligungen von rund 9,9 Millionen Euro aus. Ausgezahlt wurden bis Ende Mai mehr als 8,2 Millionen Euro. Die Kammern geben an, für den Bonus zu werben.

Die Opposition im Mainzer Landtag setzt sich noch dafür ein, den Bonus auszuweiten, der bislang für Berufe der HWK, IHK und Landwirtschaftskammer gelten. Gabriele Wieland von der CDU fordert auch, freie Berufe im Bereich der Steuerberaterkammer einzubeziehen. Jan Bollinger von der AfD tritt dafür ein, die Meisterausbildung „komplett kostenfrei“ zu stellen, da der Bonus nur einen geringen Teil der Ausbildungskosten abdecke.