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Trier/Eifel/Mosel: Dauerregen und Überschwemmungen am Dienstag

Wetter : Dauerregen und Überschwemmungen in der Region - Was am Dienstag passiert ist (Fotos/Videos)

Die Wasserstände von Mosel, Sauer und Kyll sind am Dienstag angestiegen. Straßen und auch Radwege wurden gesperrt. In einigen Orten der Region gab es Überschwemmungen.

Die Regenfälle am Dienstag haben in der Region Trier, Eifel und Mosel teils für Besorgnis gesorgt. Rund um die Flüssen der Region kam es tatsächlich zu einigen Überschwemmungen. Schon am Mittwoch normalisiert sich die Lage aber wieder. Die örtlichen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sind bis zum Mittwoch wieder aufgehoben worden.

So sieht es am Mittwochmorgen an den Flüssen aus:

Mosel: Am Pegel Trier wurde in der vergangenen Nacht nach Angaben des Hochwassermeldezentrums der Höchststand von 7,63 Meter erreicht. Aktuell fällt hier der Wasserstand. An den unterhalb von Trier liegenden Pegel werden die Höchststände im Lauf des Mittwochs erreicht.

Sauer: In der Nacht zum Mittwoch wurde auch am Pegel Bollendorf der Höchststand von 3,88 Meter erreicht. Auch hier fallen die Wasserstände.

Saar: Am Pegel Fremersdorf wurde am Dienstagabend der Höchststand von 4,49 Meter erreicht. Der Wasserstand hat bereits die Meldehöhe von 3,90 Meter unterschritten, bei weiter fallender Tendenz.

Zuflüsse: In den Moselzuflüssen ist laut Hochwassermeldezentrum im heutigen Tagesverlauf mit fallenden Wasserständen zu rechnen.  

Am heutigen Mittwoch soll es überwiegend bewölkt bleiben und meist trocken mit kurzen Auflockerungen. Vereinzelte Schauer sind möglich. Am Donnerstag meist niederschlagsfrei. Ab Freitag sind leichte Niederschläge möglich, in höheren Lagen als Schnee.

Nur wenig Probleme im Verkehr am Mittwochmorgen:

Am frühen Mittwochmorgen gab es laut Landesbetrieb Mobilitä nur noch wenige Straßensperrungen. Dies betraf etwa die B53 Trier Richtung Cochem zwischen Kinheim und Kröv, die  K134 zwischen Moselbrücke Lieser und Kesten, die L52 zwischen Kreisverkehr Wittlich-Wengerohr und Altrich, die  L1 zwischen Bollendorf und Echternacherbrück sowie die  K133 zwischen Wiltingen und Konz.

Was am Dienstag passiert ist

Hochwasser an der Kyll - Die Überschwemmungen am 4. Januar 2022
Aufbau Hochwasserschutz in Lieser

An den Flüssen der Region stiegen am Dienstag zunächst die Wasserpegel durch anhaltenden Dauerregen. Insgesamt wurde die Lage trotzdem nicht als beunruhigend eingestuft, so das Stimmungsbild in den Orten der Region. Ein Überblick, was geschehen ist.

Moselradwege wegen Hochwasser gesperrt

Wegen der anhaltenden Regenfälle sind am Dienstag die Radwege am Moselufer in Trier gesperrt worden. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Auf der westlichen Seite galt die Sperrung zwischen der Konrad-Adenauer-Brücke bis nach Trier-Quint. Der Moselradweg Ost war im Abschnitt zwischen der Staustufe und der Loebstraße gesperrt.

Fähre in Oberbillig außer Betrieb

Der Fährbetrieb wurde am Vormittag eingestellt, der Hochwasserschutz sollte am Abend aufgebaut werden. Das teilte Ortsbürgermeister Andreas Beiling mit.

 Pegelstand in Kordel

In Kordel (Landkreis Trier-Saarburg) stand der Pegel am späten Nachmittag bei 3,32 Meter (Stand: 17:15 Uhr), Tendenz fallend. Ab einem Pegel von 3,70 Meter müsste mit dem Hochwasserschutz begonnen werden. Ortsbürgermeister Medard Roth war bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag unterwegs, um die Pegelstände der Kyll im Auge zu behalten. „Weil ja ergiebige Regenfälle gemeldet wurden.“ Aber bis zum Morgen sei die Lage ruhig geblieben, sagte er am Dienstagvormittag. „Die Tendenz ist so, dass in den nächsten Stunden der Dauerregen in Schauer übergeht, und dass es mehr Unterbrechungen geben wird.“ Deshalb rechnete Roth von Anfang an nicht mit dem Schlimmsten: „Die Feuerwehr ist in Alarmbereitschaft versetzt worden, wir sind wachsam. Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Situation sich eher beruhigt.“

Kein extremes Hochwasser in Trier-Ehrang

Ein Ort, der letztes Jahr besonders betroffen war, war Trier-Ehrang, durch den die Kyll ebenfalls fließt. Ortsbürgermeister Bertrand Adams sah die Hochwassersituation aber nicht als kritisch an. „Die Lage ist entspannt im Moment. Das ist Normalfall, was derzeit da draußen passiert.“

Leichte Überschwemmung in Ralingen

In Ralingen (Landkreis Trier-Saarburg) stand der Radweg an der Ralinger Mühle am Dienstag unter Wasser, berichtete Ortsbürgermeister Alfred Wirtz. Das sei bei Hochwasserständen aber normal und kein Grund zur Beunruhigung. „Unsere Feuerwehr hat einen Notfallplan und ist vorbereitet.“ Aber ausgehend von der Niederschlagsmenge, die prognostiziert worden sei, vermutet Wirtz schon keine größere Gefährdung für seine Ortsgemeinde.

Wasser auf der Fahrbahn in Trier-Zewen

In Trier-Zewen waren am Dienstagmorgen Einsatzkräfte der Feuerwehr wegen des Hochwassers im Einsatz. Das berichtete die Integrierte Leitstelle in Trier. Demnach war der Zewener Bach über die Ufer getreten und hatte die Fahrbahn der Meierstaße überflutet. Von dort wurde am Morgen auch gemeldet, dass Keller vollgelaufen seien. Am frühen Dienstagabend stand der Pegel bei 7,09 Meter.

Hochwasser in Wittlich-Wengerohr

Starke Regenfälle führten am Dienstagvormittag zu Überflutungen im Gewerbegebiet Wittlich-Wengerohr im Kreis Bernkastel-Wittlich. Die Felder, die an das Gewerbegebiet Wittlich-Wengerohr angrenzen, konnten das Regenwasser nicht mehr  aufnehmen. Dadurch drohten die Wassermassen Teile des Gewerbegebietes zu überfluten. Durch mobile Wasserbarrieren konnten die Einsatzkräfte die Regenmassen umleiten und dadurch die Gebäude in der Belinger Straße schützen.

Am Abend baute die Feuerwehr Lieser den Hochwasserschutz an der Mosel auf. Der zu erwartende Höchststand der Mosel wurde am Abend nach oben korrigiert und soll am Pegel Trier in der Nacht zum Mittwoch die 7,50 Meter-Marke erreichen. Bereits während des Aufbaus der Hochwasserschutzelemente stieg der Pegel zusehens an und erreichte den Fußweg der direkt am Fluß gelegenen Landesstraße 47.

Der Lieserpegel stand – bei Plein gemessen – gegen etwa 19.30 Uhr bei 1,73 Meter. Stephan Christ, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land sagte am Vormittag: „Kritisch werden zwei Meter, darauf sind wir aber vorbereitet. Einige Einheiten sind schon im Einsatz, andere sind in Einsatzbereitschaft.“ In Rivenich schützte die Freiwillige Feuerwehr die Moselstraße, dort seien auch bereits Sandsäcke ausgebracht, sagte Christ. Weiter: „In Niederkail sind wir im Einsatz am Kailbach.“ Ohne Sandsäcke stünde das Wasser schon in Häusern, sagt der VG-Wehrleiter. Bei der Salm in Eisenschmitt und Bruch habe die Feuerwehr noch Luft gehabt. Insgesamt sei die Lage nirgends kritisch gewesen. „Es wird noch weiter regnen bis zum Abend. Wir hoffen, dass die Pegel, wenn, dann nur noch leicht steigen und sonst stagnieren.“

In Maring-Noviand (Landkreis Bernkastel-Wittlich) war die Feuerwehr bereits am Vorabend im Einsatz, um die Klostermühle Siebenborn trocken zu halten.

Zudem ist derzeit die Ortsdurchfahrt von Altrich (Landkreis Bernkastel-Wittlich) gesperrt. Wegen des hohen Wasserstandes der Lieser steht die Fahrbahn teilweise unter Wasser. Die Zufahrt zur Ortslage Altrich ist derzeit nur noch über die B50neu möglich.

Eine Übersicht über aktuelle Wasserpegel der Region finden Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochwasser in Wittlich und Altrich am 4. Januar 2022