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Gastronomie
Sternekoch Harald Rüssel meldet sich im Gastro-Streit zu Wort

Trier. Der Ton zwischen dem Dehoga-Landesverband und den gegen ihn klagenden Unternehmen aus der Region wird rauer. Und die Kritik an Präsident Gereon Haumann wächst. Von Rolf Seydewitz

Der regionale Sternekoch Harald Rüssel hat den Präsidenten des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Gereon Haumann, scharf attackiert. Auf den Präsidentenstuhl gehöre jemand, der sich selbst nicht so wichtig nehme und den Verband ehrenamtlich führe, sagte Rüssel im Gespräch mit unserer Zeitung. In keinem anderen Dehoga-Landesverband bekomme ein Präsident „Zigtausende wie Herr Haumann“.

Der Sternekoch aus Naurath/Wald (Kreis Trier-Saarburg) ist einer von 20 Unternehmern, die den Dehoga-Landesverband verklagt haben, weil sie die vorzeitige Amtszeitverlängerung von Präsident Gereon Haumann bis zum Jahr 2029 für unwirksam halten (der TV berichtete mehrfach). Die Kläger argumentieren, dass dies der Satzung des Verbands widerspreche.

Harald Rüssel hatte sich in der Sache öffentlich bislang nicht zu Wort gemeldet. Sprecher der Kläger ist der Traben-Trarbacher Hotelier Matthias Ganter. Dass Ganter nun wegen „verbandsschädigenden und unehrenhaften Verhaltens“ aus dem Dehoga-Landesverband ausgeschlossen werden solle, sei „absolut unsäglich“, sagt Rüssel: „Wenn so jemand derart niedergemetzelt wird, muss man dagegen seine Stimme erheben.“

Die Kläger wollen erreichen, dass die vorzeitige Amtszeitverlängerung Haumanns vom Landgericht Bad Kreuznach für nichtig erklärt wird. Ein Gerichtssprecher sagte unserer Zeitung, dass vielleicht in dieser Woche über einen möglichen Gerichtstermin entschieden werde. Beim Hotel- und Gaststättenverband sieht man der Klage gelassen entgegen. Die Wahl sei „satzungsrechtlich einwandfrei und vom Verfahrensablauf ordnungsgemäß zustande gekommen“, sagte Dehoga-Geschäftsführerin Anna Roeren-Bergs unter Verweis auf Anwälte, die den Sachverhalt geprüft hätten.

Sternekoch Harald Rüssel fordert, dass der Gastro-Landesverband wieder „zum Wohl der Mitglieder und nicht überwiegend zum Wohl des Präsidenten“ geführt werden müsse.

Eine Sprecherin des Dehoga-Bundesverbands bat auf Anfrage unserer Zeitung „um Verständnis, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Kommentierung vornehmen können“. Jeder Landesverband entscheide selbst über verbandsinterne Dinge.