100 Prozent für CDU-Chefin Julia Klöckner

100 Prozent für CDU-Chefin Julia Klöckner

Mit dem Traumergebnis von 100 Prozent Zustimmung ist die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner auf Platz eins der Bezirksliste für die Landtagswahl 2011 gewählt worden. Alle 198 Delegierte aus den CDU-Bezirksverbänden Trier und Koblenz/Montabaur stimmten auf einem Parteitag in Morbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) für die 37-Jährige.

Morbach. Lag's am Appell des Hausherren und Bernkastel-Wittlicher Möchtegern-Landrats Gregor Eibes, der seine Einheitsgemeinde zu Beginn des Parteitags als Vorbild für die jahrzehntelang zerstrittene Landes-CDU empfahl? Knapp drei Stunden später war der Koblenzer Bezirksvorsitzende Adolf Weinand jedenfalls rundum zufrieden mit dem Verlauf der Delegiertenversammlung. "Die CDU steht geschlossen hinter Julia Klöckner. Das ist das Signal, das von Morbach ausgeht", rief der Landtagsabgeordnete den rund 200 Mitgliedern zu.

Ihre Generalprobe hat die neue Landesvorsitzende und Hoffnungsträgerin der Partei jedenfalls bestanden. Ohne Gegenstimme wurde die 37-jährige Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium auf Platz eins der Bezirksliste gewählt.

Damit schnitt Klöckner sogar noch besser ab als eine Woche zuvor Ministerpräsident Kurt Beck, der mit 99,75 Prozent zum SPD-Spitzenkandidaten gewählt wurde - allerdings auf der Landesliste. Diese Wahl steht Becks Herausforderin in drei Wochen erst noch bevor.

Dennoch: Die Hürde des Bezirksparteitags auf dem Hunsrück hat Klöckner mit Bravour übersprungen. Dabei hatte es in Teilen der CDU zuletzt noch rumort, weil Hoffnungsträgerin Klöckner und das "Enfant Terrible" der Partei, der Eifeler Landtagsabgeordnete Michael Billen, heimlich einen Friedensvertrag - oder besser gesagt Nichtangriffspakt - unterzeichnet hatten. Dessen Inhalt: Billen verzichtet bei der Landtagswahl im kommenden März auf einen Listenplatz, und Klöckner rührt im Gegenzug auch im Billen-Wahlkreis Bitburg-Prüm die Werbetrommel.

Damit war die tickende Zeitbombe schon im Vorfeld des Morbacher Parteitags entschärft worden. Der wegen der Polizeidaten-Affäre umstrittene Eifel-Rebell war zwar da, fiel aber nicht weiter auf. Der 55-Jährige saß artig zwischen seinen Bitburg-Prümer Parteifreunden in den hinteren Reihen.

Ähnlich unspektakulär war auch der Rest des Parteitags, sieht man einmal ab von den 100 Prozent Zustimmung für Spitzenkandidatin Klöckner. Alle Bewerber aus der Region Trier wurden auf ihren Listenplätzen bestätigt. Das beste Ergebnis erzielte dabei der Brauneberger CDU-Fraktionsvize Alexander Licht (90,5 Prozent). Licht steht auf Platz zwei der Bezirksliste. Das schlechteste Ergebnis aus regionaler Sicht fuhr mit 79,2 Prozent der Trie rer CDU-Bewerber Berti Adams ein, was den Metzgermeister sichtlich wurmte. Denn der 57-Jährige muss ohnehin um seinen Wiedereinzug ins Mainzer Parlament bangen. Auf der Landesliste hat er einen unsicheren 38. Platz; und das Trierer Direktmandat dürfte er gegen die beliebte Mainzer SPD-Gesundheitsmisterin Malu Dreyer nur schwer gewinnen.

Vom Verzicht Michael Billens auf einen Listenplatz profitieren die Trier-Saarburger Christdemokraten, die mit Arnold Schmitt und Bernhard Henter nun gleich zwei Bewerber unter den "Top Ten" der Trier-Koblenzer Bezirksliste stellen. Der erste Bitburg-Prümer Kandidat auf der Liste ist auf Platz zwölf der Bitburger Unternehmer Michael Ludwig. In Morbach erhielt er respektable 89,8 Prozent Zustimmung. Ludwig hat zwar allenfalls theoretische Chancen, über die Liste in den Landtag einzuziehen. Aber möglicherweise laufen sich mit ihm und der Speicherer Unternehmerin Karin Plein (Bezirkslistenplatz 14) schon zwei Kandidaten für die Billen-Nachfolge warm, wenn der Kaschenbacher bei der Landtagswahl 2011 sein Direktmandat nicht verteidigen kann.

Die in Morbach verabschiedete Bezirksliste wird am 4. Dezember mit den Listen aus den drei übrigen Bezirken zur CDU-Landesliste verzahnt. o-Ton Attacke: Bis zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl sind's noch gut vier Monate. Doch die verbalen Gefechte zwischen den politischen Kontrahenten haben schon Wahlkampfendspurt-Charakter. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner warf der SPD-Landesregierung in Morbach "Vetternwirtschaft und Selbstbedienungsmentalität" vor. Ein Wechsel sei allein schon "aus Gründen der politischen Hygiene im Land" wichtig. "Rheinland-Pfalz ist zu schade, um ein Amigo-Land zu werden", sagte Klöckner in Anspielung auf die ihrer Ansicht nach zahllosen Affären von Kabinettsmitgliedern. Die CDU-Vorsitzende verglich ihren SPD-Kontrahenten Beck mit einem Monarchen. "Und wir sind die Untertanen, die nur noch alles abzunicken haben", sagte Klöckner. (sey)extra Ergebnisse: 100 Prozent Zustimmung. Ein besseres Ergebnis, als es CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner in Morbach einfuhr, ist nicht zu erreichen. Auf Platz zwei der Bezirksliste steht der Brauneberger Landtagsabgeordnete Alexander Licht. Für ihn votierten 90,5 Prozent der Delegierten. Die Ergebnisse der übrigen Landtagskandidaten aus der Region Trier: Herbert Schneiders (Daun, 3. Platz, 86,6 Prozent), Elfriede Meurer (Wittlich, 5. Platz, 89, 9 Prozent), Arnold Schmitt (Riol, 7. Platz, 90,2 Prozent), Bernhard Henter (Konz, 8. Platz, 79,9 Prozent), Berti Adams (Trier, 10. Platz, 79, 2 Prozent). Wegen der guten Platzierung gilt der Wiedereinzug von Licht, Schneiders, Meurer, Schmitt und Henter in den Mainzer Landtag als sicher. (sey)