20 Anzeigen gegen Tebartz-van Elst

20 Anzeigen gegen Tebartz-van Elst

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst befindet sich offenbar weiter in Rom. Die Pressestelle des Bistums wollte auf Anfrage am Freitag den Aufenthalt allerdings nicht bestätigen. Auch zu Berichten, wonach Tebartz-van Elst am Montag nach Deutschland zurückkehre, konnte der Sprecher keine Angaben machen.

Berlin/Limburg. Die Diskussion über die Vorgänge in Limburg geht weiter. Im Generalvikariat des Bistums kamen rund 30 Dezernenten und Abteilungsleiter der bischöflichen Verwaltung zusammen, um über die aktuelle Lage zu beraten. Es habe sich um ein offenes und konstruktives Gespräch gehandelt, das fortgesetzt werde, so der Bistumssprecher.
Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki warnte vor vorschnellen Urteilen über seinen Amtsbruder Tebartz-van Elst. Weder die juristische Aufarbeitung noch die Untersuchungen der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Kommission seien abgeschlossen, betonte Woelki. Zugleich sagte der Berliner Erzbischof, die Vorfälle in Limburg hätten der katholischen Kirche in ganz Deutschland "sehr geschadet".
Auch der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, beklagte negative Auswirkungen durch die Querelen in Limburg. Die Caritas bemühe sich, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Trotzdem erhalte er derzeit E-Mails und Briefe von wütenden Menschen, die kein Geld mehr an die Hilfsorganisation spenden wollten.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) forderte eine rasche Lösung. Es sei kaum vorstellbar, dass Tebartz-van Elst "in Limburg für die Kirche und die Verkündigung noch fruchtbar werden kann", sagte ZdK-Präsident Alois Glück der Rheinischen Post. Eine Medienkampagne gegen den Bischof sehe er nicht, so Glück. Er habe stattdessen die Sorge, dass Verschwörungstheorien das Klima in der Kirche vergiften könnten.
Die Initiative "Wir sind Kirche" sprach sich dafür aus, den Limburger Oberhirten aus der Schusslinie zu nehmen. "Wir halten es für ratsam, Bischof Tebartz-van Elst einen Diözesanadministrator zur Seite zu stellen, der die Geschäfte des Bistums weiterführt."
Laut Limburger Staatsanwaltschaft gingen bis Freitag 20 Anzeigen gegen Tebartz-van Elst wegen des Verdachts der Untreue ein, davon acht anonym. Zwei Anzeigen liegen außerdem gegen den Generalvikar des Bistums, Franz Kaspar, vor, eine Anzeige gegen die drei Mitglieder des Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhls.
Die Behörde prüft, ob ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Dies kann den Angaben zufolge mehrere Wochen dauern. KNA

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