2100 Menschen atmen auf

Fünf-Zentner-Fliegerbombe in Trier entschärft – Stadtteile zweieinhalb Stunden evakuiert

Am Dienstagnachmittag hatte ein Bagger den noch scharfen Sprengkörper ans Tageslicht befördert. Horst Lenz, technischer Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz, hatte die englische Bombe als "gutmütig" eingestuft und entschieden, dass sie erst am Mittwoch entschärft werden soll. Die Polizei und der kommunale Vollzugsdienst Trier bewachten die Bombe über Nacht. Gestern begann um 16 Uhr die Evakuierung. 2100 Bewohner der Stadtteile Trier-West und Euren, die im Umkreis von 500 Metern um den Fundort der Bombe leben, mussten für zweieinhalb Stunden ihre Wohnungen und Häuser verlassen.

Die Aktion wurde von Bürgermeister Georg Bernarding und dem Chef der Trierer Berufsfeuerwehr, Herbert Albers-Hain, geleitet. Feuerwehren, Malteser Hilfsdienst, Rotes Kreuz und Polizeibeamte sorgten für eine reibungslose Räumung. Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkam, wurde in der Trierer Messeparkhalle versorgt. So auch die 76-jährige Gertrud Michels, die der Bombenfund an die Fliegerangriffe auf das Ausbesserungswerk der Bahn Ende 1944 erinnerte. Um 18 Uhr stieg die Spannung dramatisch an.

Experte Kurt Mazzucco und zwei Kollegen vom Kampfmittelräumdienst begannen mit der Entschärfung. Nur dieses Trio hielt sich zu diesem Zeitpunkt nahe der Bombe auf, alle anderen Kräfte - auch die Einsatzleiter - mussten hinter die Absperrung zurückweichen. "Wenn man den Zünder identifiziert hat, ist die Sache eigentlich einfach", sagte Dietmar Schmid, Einsatzleiter der Entschärfung. Entwarnung dann nach 15 Minuten: Die Aktion verlief vollkommen problemlos. Es dürfte nicht der letzte Bombenfund in der Region sein. Experten gehen davon aus, dass noch viele Blindgänger bis zu zwei Meter tief in der Erde liegen. Allein in Trier gingen im zweiten Weltkrieg über 1000 Tonnen Sprengkörper nieder.