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25 Jahre nach der ersten Bürgerbegegnung feiern Weimarer und Trierer Jubiläum

25 Jahre nach der ersten Bürgerbegegnung feiern Weimarer und Trierer Jubiläum

Ein Jubiläum, das einfach gefeiert werden muss: 25 Jahre nach der "Herzlich willkommen, Weimar!"-Aktion lassen die Partnerschaftsvereine beider Städte die Bürgerbegegnung an diesem Wochenende in Trier wieder aufleben.

Trier. Es ist so herzlich wie vor 25 Jahren, nur einige Nummern kleiner - und mit dem Unterschied, dass man sich heute gut kennt. Es sind keine Fremden mehr, die per Reisebus aus Weimar nach Trier gekommen sind, sondern Freunde. An zwei Wochenenden im Spätherbst 1989 hat die Aktion "Herzlich willkommen, Weimar!" 1400 Bürger der thüringischen Partnerstadt an die Mosel gebracht. Wenige Wochen nach dem Mauerfall war es immer noch eine Weltenreise von der DDR in die Bundesrepublik - und ein organisatorischer Kraftakt des Trierer Rathauses. Aber einer von nachhaltiger Wirkung: "Es war der Anfang einer echten Partnerschaft, bei der Trier uns mit Rat und Tat auf dem Weg in die neue Freiheit begleitet hat", betont Elke Mohnhaupt-Schmidt (55), die Vorsitzende der Trier-Gesellschaft Weimar. Gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein-Gegenstück, der Weimar-Gesellschaft Trier, wird das denkwürdige Bürgerbegegnungsereignis von 1989 gefeiert, und weil es so denkwürdig ist, mit einem protokollarischen Rahmen. Erst steht eine Baumpflanzung auf dem Programm (siehe Info), anschließend ein Empfang im Rathaus, bei dem sich alle 64 angereisten Weimarer ins Gästebuch der Stadt eintragen.
Dann ruft - wie schon anno 1989 - der Weihnachtsmarkt, und am heutigen Samstag sind Gäste und Gastgeber zu einer "Zenturio"-Erlebnisführung in der Porta Nigra eingeladen. Morgen geht es wieder mit dem von der Sparkasse Trier gesponserten Bustransfer zurück in die Goethe- und Schiller-Stadt. Die meisten werden nicht erst beim nächsten Jubiläum in fünf Jahren wiederkommen. Sie werden das tun, was auch umgekehrt die Trierer tun: bald mal wieder gute Freunde besuchen - was heute so herrlich normal und einfach ist.Extra

Mauerfall und Wiedervereinigung sind der Anlass, der Verein Schutzgemeinschaft Deutscher Wald der Initiator und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schirmherrin: Deutschlandweit werden in vielen Städten und Gemeinden drei Bäume in Form eines gleichseitigen Dreiecks gepflanzt, so auch am Freitag im Trierer Nells Park. Symbolisch steht die Buche im Westen für die alte Bundesrepublik, die Kiefer im Osten für die ehemalige DDR und die Eiche im Norden für das wiedervereinigte Deutschland. Aus der Vogelperspektive betrachtet sollen diese Bäume ein Dach zum Schutz aller Bürger darstellen. rm.Weimar

Extra

Heike Schrade (66), Weimar: Meine erste Fahrt nach Trier 1990 zählt zu den prägenden und schönsten Ereignissen meines Lebens. Es ist ein tolles Gefühl, erneut hier zu sein - in einer Stadt voller guter Freunde. Gertrud Goerigk (75), Trier-Kernscheid: Es war für meinen Mann und mich völlig selbstverständlich, 1989 Besucher aus Weimar aufzunehmen. Obwohl es die erste Begegnung war: Es war, als würden wir uns schon ewig kennen. Christfried Würfel (71), Trier-Tarforst, Rathaus-Cheforganisator der Bürgerbegegnung 1989: Gäste, Gastgeber und die beteiligten Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben damals ein Stück deutsch-deutscher Geschichte mitgeschrieben. Karl-Heinz Kühne (76), Weimar: Ein wunderschönes Gefühl - heute wie vor 25 Jahren, als ich erstmals in Trier war. Mich erfüllt immer noch und schon wieder große Dankbarkeit gegenüber Trier. (rm.)/ TV-Fotos (4); Roland Morgen