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37 Grad - und es wird noch heißer

37 Grad - und es wird noch heißer

So heiß war es zu Anfang des Sommers schon lange nicht mehr. Bereits gestern stiegen die Temperaturen in vielen Orten der Region knapp unter die 40-Grad-Marke.

Trier. Eine solche Juli-Hitze hat es in der Region in den vergangenen Jahren nicht mehr gegeben. Vor einem Jahr herrschten im Vergleich zu den aktuellen Werten fast schon Bibbertemperaturen. 17,4 Grad wurden am 2. Juli 2014 beispielsweise in Konz gemessen. In Strickscheid in der Eifel waren es sogar nur 14,9 Grad - ganze 17,5 Grad weniger als gestern. 37,3 Grad zeigte das Thermometer am Nachmittag in Wittlich. Und es wird noch heißer. Selbst im sogenannten Jahrhundertsommer vor zwölf Jahren wurden im Juli in der Region nicht solche Rekordwerte gemessen. Im Sommer 2003 wurde es erst ab August wochenlang so heiß.
Hitzefrei gibt es für Berufstätige nicht. Wenn aber die Temperaturen am Arbeitsplatz über 35 Grad betragen, muss der Chef für Abkühlung sorgen: durch Klimaanlagen, Ventilatoren oder kühle Getränke. Auch Schüler haben nicht generell Anspruch auf Hitzefrei. Eine landesweit einheitliche Regelung gibt es nicht. Die Schulleiter können von sich aus entscheiden, wann sie die Schüler nach Hause schicken. Gerade Grundschüler dürfen nicht ohne Einverständnis der Eltern früher nach Hause geschickt werden. Daher endet bei allzugroßer Hitze der Unterricht an den meisten Schulen gegen 12 Uhr, weil gerade auf dem Land vorher keine Busse fahren und die Kinder nicht nach Hause kommen könnten.
Am Trierer Max-Planck-Gymnasium wurden die Schulstunden gestern verkürzt, die Schüler durften bereits um zwölf Uhr gehen. Auch das Saarburger Gymnasium hat für heute Hitzefrei für 12.10 Uhr angekündigt. Nach sechs auf 35 Minuten verkürzten Unterrichtsstunden ist Unterrichtsschluss.
Des einen Freud, des anderen Leid. Durch die Hitze leidet die Gesundheit. Vor allem bei Kindern und Älteren. "Viele vergessen durch das nachlassende Durstempfinden, regelmäßig zu trinken. So kann es schnell zu Dehydratation, einem Wassermangel im Körper, kommen", warnt Claus Uebel, Sprecher der Krankenkasse DAK Gesundheit in Rheinland-Pfalz. Die Folge seien Unruhe, Verwirrtheit, Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit bis hin zu Organversagen. Die für die Region zuständige Rettungsleitstelle Trier meldet deutlich mehr Einsätze wegen Hitzeopfern. Seit Dienstag mussten die Rettungsdienste wegen 27 Fällen von Kreislaufkollaps ausrücken. Auch die Notaufnahme des Trie rer Brüderkrankenhauses vermeldet mehr Patienten, die wegen Hitzschlags, Sonnenstichs oder Flüssigkeitsmangels behandelt werden. Der Leiter des Dauner Gesundheitsamtes, Volker Schneiders, rät, die Mittagshitze und körperliche Belastungen zu meiden. Körperliche Tätigkeiten im Freien sollten auf die Morgen- und Abendstunden beschränkt werden. Und: "viel Trinken."
Apropos Trinken. Der Sprudelabsatz floriert in diesen Tagen. Trotzdem brauchen die Mitarbeiter beim Eifeler Sprudelhersteller Gerolsteiner keine Sonderschichten einlegen: "Für die Sommermonate ist Gerolsteiner durch frühzeitige Bevorratung und vorausschauende personelle Planung gut gerüstet", sagt Unternehmenssprecherin Heike Görres.
In weiten Teilen der Region herrscht die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Das heißt: Rauchen und Grillen streng verboten.
Mit der Hitze steigen auch die Ozonwerte. In Trier lag der Wert bei 150 Mikrogramm pro Kubikmeter. Ab 180 Mikrogramm wird besonders empfindlichen Personen geraten, sich nicht besonders körperlich anzustrengen. Ab einem Wert von 240 Mikrogramm gilt diese Warnung für alle Personen. In Luxemburg lagen die Werte gestern bei bis zu 190 Mikrogramm pro Kubikmeter, auf den Autobahnen dort gilt weiter eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern.
Ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern gilt auch auf der Autobahn A 1 zwischen Wittlich und Schweich. Dort ist wegen der Hitze am Mittwochabend ein Teil der Fahrbahn gerissen.