60 000 Schusswaffen in der Region

Trier/Mainz · Fast 60 000 legale Waffen gibt es in der Region, verteilt auf rund 14 500 Besitzer. Eine lauernde Gefahr? Bislang wird kaum kontrolliert, wie die Pistolen und Gewehre aufbewahrt werden. Das soll sich nach dem Willen des rheinland-pfälzischen Innenministers ändern.

(wie/cus) Wer in einem Schützenverein ist, hat es dieser Tage nicht leicht. Nach dem Amoklauf von Winnenden stehen die Mitglieder dieser Vereine unter Verdacht, zu leichtfertig mit ihren Waffen umzugehen. Amokläufer Tim K. ist vermutlich nur deshalb an die Todespistole gekommen, weil sein Vater - Mitglied eines Schützenvereins - die Waffe nicht ordnungsgemäß im Tresor verschlossen hatte. Fakt ist: Die Aufbewahrung der Waffen wird in der Regel nicht kontrolliert. Lediglich beim Antrag auf eine Waffenbesitzkarte muss angegeben werden, wie die Waffe aufbewahrt wird. "Nur wenn es Zweifel gibt, kann die zuständige Waffenbehörde Zutritt zu einer Wohnung verlangen", sagt Waltraud Weber von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Das soll sich nach Möglichkeit ändern. "Wer eine Waffe zu Hause aufbewahrt, muss regelmäßige Kontrollen akzeptieren, auch ohne konkreten Verdacht", sagte der Mainzer Innenminister Karl Peter Bruch unserer Zeitung. Für eine Verschärfung des Waffenrechtes sieht er aber keine Notwendigkeit.

Ein Verbot von legalem Waffenbesitz verhindere nicht, dass Amokläufer illegal an Waffen kommen, sagt Bernhard Michels, Geschäftsführer des Schießsportvereins Gerolstein. Die derzeitigen Regeln seien ausreichend.

58 741 genehmigungspflichtige Schusswaffen gibt es in der Region, verteilt auf 14 458 Besitzer. Die meisten gibt es im Kreis Trier-Saarburg (15 895), gefolgt von Eifelkreis Bitburg-Prüm (15 171), Bernkastel-Wittlich (13 029), Vulkaneifelkreis (rund 9000) und Trier (5146). Neben Jägern und Sportschützen dürfen auch Sammler und Erben Schusswaffen besitzen. Sonstige Privatpersonen nur dann, wenn die Polizei bei ihnen eine besondere Gefährdung feststellt. In Trier trifft das derzeit auf vier Personen zu.

Bisher haben 600 Polizisten aus der Region Trier ein Spezial-Training absolviert, um Amokläufer überwältigen zu können.

Am Samstag ist die zentrale Trauerfeier für die 15 Opfer des Amoklaufes von Winnenden.

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