Armes altes Deutschland

Die deutsche Wirtschaft schwächelt, mehr als vier Millionen Menschen sind arbeitslos. Wer würde angesichts solcher Zahlen für eine offensive Arbeitszuwanderung stimmen? Die Union auf jeden Fall nicht - doch so verschenken die Christdemokraten viele Punkte für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie lehnen kategorisch ein Punktesystem im Zuwanderungsgesetz ab. Mit dem System sollten Ausländer die Möglichkeit erhalten, für Qualifikation, Alter, Herkunft und Sprachkenntnisse Punkte zu sammeln. Nach kanadischem Vorbild könnte dann Deutschland jährlich entscheiden, wie viele der Besten ohne Job-Zusage einwandern dürfen. Angesichts einer ständig älter werdenden Gesellschaft ein innovatives Modell. Doch die Union mag die Tür nach Deutschland nicht aufmachen und verharrt in bester Kohl'scher Manier dabei: Deutschland ist kein Einwanderungsland. 2004 stehen schließlich 14 Wahltermine auf dem Programm. Doch kann sich Deutschland diese Haltung leisten? Wer über das Wahljahr hinausblickt, kann dies nur verneinen. Wirtschaftliche Dynamik und Wohlstand braucht junge Kräfte. Und davon wird es in unserer alten Gesellschaft in Zukunft viel zu wenige geben. h.waschbuesch@volksfreund.de