Attentat von Arizona: Polizei sucht nach Tasche des Todesschützen

Attentat von Arizona: Polizei sucht nach Tasche des Todesschützen

Nach dem Anschlag in Tucson (US-Bundestaat Arizona) häufen sich die Indizien dafür, dass der Todesschütze schon lange für seine Gewaltfantasien bekannt war und dass der Anschlag möglicherweise hätte verhindert werden können.

Washington/Tucson. "Wir verstehen nicht, warum das passiert ist. Wir wünschten, wir könnten die abscheulichen Ereignisse vom Samstag ändern." Erstmals hat jetzt die Familie des 22-jährigen Jared Loughner, der in Tucson die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt und sechs Menschen getötet hatte, mit einer Erklärung auf das Attentat reagiert. Gestern Abend wollte US-Präsident Barack Obama bei einer Gedenkfeier für die Opfer in Arizona sprechen und die Nation zu Geschlossenheit aufrufen.

Die "New York Times" berichtete gestern, die örtliche Polizei sei in der Vergangenheit mehrfach zum Haus der Eltern von Loughner gerufen worden, wo der junge Mann - zurzeit arbeitslos - lebte. Die Gründe für die Einsätze wurden bisher nicht bekannt. Am Tag der Tat hatte anderen Quellen zufolge der Vater während eines Streits noch versucht, seinem Sohn eine Sporttasche zu entreißen, die er aus dem Kofferraum seines Autos genommen habe. Dem junge Mann sei es aber gelungen, mit der Tasche in das benachbarte Wüstengelände zu laufen. Stunden später kam es zu den Schüssen bei der Bürgersprechstunde.

Die Polizei sucht nun nach der Tasche und erhofft sich Aufschlüsse zu den Motiven des Verbrechens. Gefunden wurde im Haus auch eine Notiz Loughners mit der Aufschrift "Stirb, Hexe", womit vermutlich Giffords gemeint war.

Der New Yorker Abgeordnete Peter King kündigte unterdessen an, er wolle ein Gesetz auf den Weg bringen, das es verbiete, im Umkreis von rund 330 Metern um bestimmte Staatspersönlichkeiten - darunter Richter und Abgordnete - Waffen zu tragen. Ausgenommen werden sollen davon aber die Parlamentarier selbst, von denen einige bereits ankündigten, sich künftig in der Öffentlichkeit bewaffnet zu zeigen. Auch Gabrielle Giffords besitzt seit langem eine Glock-Pistole. Dieses Modell war auch vom Täter benutzt worden. Die Abgeordnete bewahrte die Waffe zu Hause auf. Zur Bürgersprechstunde war sie dann aber offenbar unbewaffnet erschienen.

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