Auf dem richtigen Weg

Die Region ist gut aufgestellt, die ländlichen Gebiete sind bei Familien beliebter als je zuvor. Und das allen demografischen Unkenrufen zum Trotz.

Das Ergebnis des gestern vorgestellten Familienatlasses zeigt, dass die Bestrebungen der Kreise, der Stadt Trier und nicht zuletzt der häufig als Papiertiger kritisierten Inititiative Region Trier familienfreundlicher zu werden, fruchten. Aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.Trotz Geburtenrückgangs gibt es überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche auf dem Land. Und es kommen immer mehr junge Familien hinzu. Wir sind längst zu einer Zuwandererregion geworden - nicht zuletzt dank der immer noch boomenden Wirtschaft in Luxemburg. Der Bauboom und die Erschließung immer weiterer Neubaugebiete entlang der Grenze zum Großherzogtum zeigen: Familienfreundlichkeit ist ein Standortfaktor. Längst werben große Unternehmen in Luxemburg ihre neuen Mitarbeiter mit einem lebenswerten Umfeld jenseits der Grenze, mit erschwinglichen Bauplätzen, niedrigeren Lebenshaltungskosten, einer guten Infrastruktur und einem nicht zu verachtenden Kulturangebot. Ein Pfund mit dem die Region wuchern kann. Und zwar die gesamte Region. Es sei Bernkastel-Wittlich gegönnt, familienfreundlichster Kreis des Landes zu sein, das ist gut fürs Image. Ein Kreis allein kann sich aber nicht überregional vermarkten. Die Region muss in Sachen Familienfreundlichkeit an einem Strang ziehen, muss Kapital aus dem vorliegenden Ergebnis schlagen.

Aufgabe der Initiative Region Trier ist es, einen Handlungsplan vor allem in Sachen Standortwettbewerb und Wirtschaftsförderung aufzustellen. Die Ansätze, die es gibt, müssen weiterentwickelt werden. Der Familienatlas zeigt, dass die Region auf dem richtigen Weg ist. Allerdings ist es ein Mammut-Projekt, die auch nicht umsonst zu haben ist. Kapital lässt sich daraus nur schlagen, wenn vorher auch Geld in die Hand genommen wird. Zum Beispiel für den Ausbau der Kinderbetreuung. Hier hapert es noch gewaltig in der Region. Noch immer scheitert der Wiedereinstieg von Frauen nach der Geburt an einem fehlenden Krippen- oder Ganztagsplatz. Auch ist Familienfreundlichkeit in vielen Betrieben noch ein Fremdwort, und teilzeitarbeitende Mitarbeiter werden oft als nicht vollwertige Arbeitskräfte angesehen. Aber genau daran müssen sich Kommunen und Arbeitgeber messen lassen, wenn es ihnen ernst ist, aus der Region die familienfreundlichste in Deutschland zu machen.

b.wientjes@volksfreund.de