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Auf den deutschen Feldern geht ohne ausländische Helfer nichts

Auf den deutschen Feldern geht ohne ausländische Helfer nichts

Vor allem Menschen aus Polen haben sich in den vergangenen Jahren als Erntehelfer in Deutschland betätigt. Auch Rumänen sind stark vertreten. Deutsche trifft man dagegen in diesen Jobs kaum an.

Berlin. Ob beim Spargelstechen, beim Erdbeerenpflücken oder bei der Traubenlese - ohne ausländische Erntehelfer geht gar nichts auf deutschen Feldern oder in den heimischen Weinbergen. Bei den Saisonarbeitskräften herrscht allerdings Wechselstimmung: Immer mehr Arbeiter aus Rumänien drängen in die Landwirtschaft, die Zahl der polnischen Hilfskräfte sinkt hingegen deutlich.

Das belegen die neuesten Zahlen der zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit (BA). Demnach sind von den Betrieben in diesem Jahr bis Mitte Juli rund 80 000 Erntehelfer aus Rumänien angefordert worden, zehn Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Rumänen bilden die zweitstärkste Gruppe unter den ausländischen Saisonkräften. Nach wie vor zieht es weitaus mehr Polen auf die deutschen Felder, bis Mitte Juli waren es 141 000.

Nur: Im Vergleich sinkt deren Zahl schon seit längerem, anders als im Vorjahr waren es abermals drei Prozent weniger. Agrarexperten sehen darin eine Umlenkung der Arbeiterströme aus Polen zu denen aus Rumänien.

Mit großem Abstand folgen Erntehelfer aus Kroatien (rund 3000), der Slowakei (rund 2260) und aus Bulgarien mit rund 2180. Insgesamt hält der Trend zum verstärkten Einsatz von Arbeitern aus Mittel- und Osteuropa an: Bis Mitte Juli waren von den Weinbauern und Landwirten gut 228 000 Hilfen angefordert worden, 1,6 Prozent mehr als noch 2009.

Die Zahl der deutschen Erntehelfer sei hingegen "marginal", heißt es beim Bauernverband. Vom deutschen Arbeitsmarkt seien nachweislich kaum Arbeitskräfte zu vermitteln - trotz Erntehelferreglung. Extra Knapp 6000 Saisonarbeiter werden im Jahr von der Agentur für Arbeit in Trier als Erntehelfer zugelassen. Bisher haben 2260 Helfer eine Genehmigung. Viele davon arbeiten derzeit in der Gastronomie. Im Herbst steigt die Zahl, dank der Weinbaubetriebe, auf knapp 6000. Eine Besonderheit: "Rund 100 Saisonkräfte kommen im Winter, um Adventskränze zu binden", sagt Agentur-Sprecher Thomas Mares. (hw)