Auf gute Nachbarschaft

DieErkenntnis, wonach Bankräuber die Eifel als bevorzugtes Zielihrer Aktivität auswählen, ist nicht neu. Während sichvornehmlich osteuropäische Banden in den vergangenen Monatenbesonders in Schönecken und Bleialf bedienten, galten vor wenigenJahren noch Filialen in Stadtkyll und Hallschlag als bevorzugtesOperationsgebiet skrupelloser Gangster. Nicht zu vergessenDaleiden, von wo aus der Sprung zur Grenze besonders kurz ist.Dass die Polizei in den meisten Fällen im Dunkeln tappt, istkeineswegs ihrer Ermittlungsqualität zuzuschreiben. Wenn dieersten Beamten aus der ohnehin chronisch unterbesetztenPolizeiinspektion Prüm anrücken, sind die Täter samt sattenDiebesguts schon längst über alle Berge. Und während die Räuberin Belgien, in den Niederlanden oder in Luxemburg die erstenSektkorken knallen lassen, beginnt im Prümer Land die mühsameSuche nach Spuren; und die läuft - das zeigt die Erfahrung - dannmeist ins Leere. Deshalb tun die Polizeiexperten in der Tat gutdaran, nicht nur schlampige Filialleiter zu rügen, die esversäumt haben, ein Band in die Überwachungskamera einzulegen.Besonders der Appell an die Bürger, ihre Umgebung sorgsam zubeobachten, ist die einzige Möglichkeit, dem bösen Treiben einEnde zu setzen. Mit diesem Präventivprogramm der flottenNachbarschaftshilfe zieht die Polizei jedenfalls nun die richtige- wenn auch wohl die einzig mögliche - Konsequenz aus demDilemma. m.reuter@volksfreund.de