Aus der Traum

Kein Geld, kein Flughafen: Die Pläne, den Bitburger Flugplatz mit 380 Millionen Euro Investorengeld in einen großen Airport zu verwandeln, sind gescheitert. Ebenso wie der Versuch, das Projekt leise zu Grabe zu tragen.

Bitburg. Am Ende gibt es keine öffentliche Sitzung. Nicht einmal eine Pressekonferenz. Nur eine knappe Mitteilung der Flugplatz GmbH. Leise scheint es, soll der Bitburg Airport sterben. Und möglichst unauffällig.
14 Stunden nach Ablauf des Ultimatums hat Michael Billen, Aufsichtsratsvorsitzender der Flugplatz Bitburg GmbH, die Öffentlichkeit in einer schlichten Pressemitteilung davon in Kenntnis gesetzt, dass das geplante Großprojekt Bitburg Airport gescheitert ist.
Handy im Dauerbetrieb


Denn es war dem luxemburgischen Projektentwickler Frank Lamparski bis Mitternacht des Osterdienstags nicht gelungen nachzuweisen, dass er über die angekündigten ersten 30 Millionen Euro Investorengeld verfügt.
Danach stand Billens Handy nicht mehr still. Denn um leise und unauffällig zu sterben, hatte das ungewöhnliche Vorhaben in den vergangenen Jahren viel zu hohe Wellen geschlagen. 2009 war der bis dahin völlig unbekannte Projektentwickler Frank Lamparski aufgetaucht und hatte Versprechen im Gepäck, die für viele unglaublich klangen. Zunächst sagte er, er verfüge über 1,2 Milliarden Euro Investorengeld. Später waren es 400 Millionen. Mit diesem Geld, so kündigte der Luxemburger an, würde er den Bitburger Flugplatz in einen florierenden internationalen Fracht-, Werft- und Passagierflughafen verwandeln. Ein Plan, der von Anfang an Skeptiker auf den Plan rief. Denn kein ernstzunehmender deutscher Luftfahrtexperte hielt ihn für realisierbar. Lamparski jedoch beschwor seine Vision vom Bitburg Airport. Er argumentierte mit der Entwicklung des internationalen Lufttransports, mit der großen Attraktivität der Bitburger Liegenschaft, und er versprach 2000 Arbeitsplätze. Michael Billen war begeistert. Und die Mehrheit des Kreistags Bitburg-Prüm und des Stadtrats Bitburg ließ sich überzeugen, Lamparski eine Chance zu geben. 18 Monate ließ man ihm Zeit, einen geprüften Businessplan und Investorengeld vorzulegen. Die Frist lief ab. Es gab weder das eine noch das andere. Dafür gab es eine neue Frist.
Trügerisches Bauchgefühl


Dass das Geld immer noch nicht kam, erklärte Lamparski mit der banküblichen Geldwäscheprüfung, die sich länger hinziehe als gedacht. Experten für Geldwäscheprüfungen erklärten diese Geschichte für wenig glaubwürdig. Denn Banken dürften Geld gar nicht über Wochen festhalten. Entweder das Geld sei von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Oder es existiere gar nicht. Dennoch entschieden die politischen Gremien mehrheitlich, ihre Anteile an Lamparski zu verkaufen, falls das Geld bis Ostern eintreffen würde. Das war - entgegen Billens Bauchgefühl - nicht der Fall.
Nun ist der Plan gestorben. Warum das Geld nicht eintraf oder wie es für Lamparski nun weitergeht, ist unklar. Denn der Luxemburger ist seit Tagen nicht zu erreichen, und die Medienfabrik Trier, die bisher Lamparskis Pressearbeit betreut hatte, scheint plötzlich nicht mehr zuständig zu sein. Auch sonst ist unklar, wie die Zukunft aussieht. Denn da gehen die Wünsche weit auseinander. Während Billen gleich mit Nachdruck den nächsten Flughafeninvestor suchen will, findet Landrat Joachim Streit, dass es nun endgültig Zeit ist, andere Planungen auf den Weg zu bringen. Anders als dem Wirtschaftsministerium, das sich in Bitburg einen Energiepark wünscht, schwebt Streit eher der Ausbau des Gewerbegebiets vor. Entscheiden werden wohl die gleichen Politiker, die Lamparski damals in öffentlichen Sitzungen eine Chance gaben.