Ausgezwitschert

KÖLN. Knapp war es für Anke Wagner aus Sirzenich: Den Sprung in die nächste Runde der RTL-Fernsehshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) hat sie nicht der Jury, sondern dem Publikum zu verdanken. Mitstreiterin Judith ist raus - unter Tränen verabschiedete sie sich von den Fans.

"Ich habe mich auch schon besser singen hören", sagt Anke Wagner zu ihrem Auftritt am Samstag in der fünften Mottoshow. Sie hat den Madonna-Song "Open your heart" interpretiert. Die Sirzenicherin geht jedoch nicht nur mit sich selbst, sondern mit anderen hart ins Gericht. Sogar vor Superstar Madonna macht sie nicht halt: "Perfekte Choreografien hat sie. Das Singen? Na ja, das klappt irgendwann auch...". Dass die Popikone nicht zu ihren Favoriten zählt, wird schnell klar. Außer dem Spaß daran, Frauen auf der Bühne (Madonna küsste Britney Spears und Anke küsste Denise) zu küssen, haben die beiden nichts gemein. Madonna und Anke - das geht irgendwie nicht zusammen. Zumindest nicht nach der existierenden Vorgabenliste der zur Auswahl stehenden Lieder. Der Appell "Open your heart" berührt nicht so, wie man es von der Balladenqueen gewöhnt ist. "Das ist einfach nicht mein Motto", sagt sie. Schluss, aus. Und wie ergeht es den anderen Kandidaten im Kampf zwischen Imitation und Interpretation? Die Macht der musikalischen Meilensteine wiegt schwer. Judith gibt ein zuckersüßes "Material Girl" mit pinkfarbenen Schleifchen und Piepsstimme. "Das reicht nicht einmal für die Fußgängerzone", meint Thomas Stein. Und sogar Dieter Bohlen ist diesmal hart zu seinem "Vögelchen". Elli erlebt mit "American Pie" Ähnliches wie Anke. "Gesanglich okay, aber es passt nicht zu dir", ist sich die Jury einig. Gunters Griff in die Schmachtfetzen-Kiste glückt - auch wenn die Umsetzung von "Candle in the wind" etwas blass bleibt. Denise ist gewohnt sicher und das Outfit stimmt wie immer auch. Benny brilliert mit der Titelmusik des Königs der Löwen ("Can you feel the love tonight"), und Phillipp setzt mit "I can stand" den temporeichen Kontrapunkt. Aida überrascht alle

Die Überraschung des Abends ist jedoch eindeutig Aida. Bisher - zumindest stimmlich - eher unscheinbar, gibt sie diesmal richtig Gas. Ihr auf den ersten Blick seriös wirkender Anzug entpuppt sich dank Push-Up und Nabelschau als sexy Geheimwaffe. Während die Männerwelt bereits bei dem Anblick willenlos wird, lassen sich die Frauen zudem von hervorragender Choreografie und Stimme überzeugen. Das "Express yourself"- Gesamtpaket stimmt. "Endlich, endlich ist der Knoten geplatzt", freut sich auch der BMG-Boss Thomas Stein. Weniger erfreulich verläuft der Abend für Judith. Sie steht als Wackel-Kandidat vorne, neben ihr Anke. Ihre Mimik verrät, dass sie damit gerechnet hat. Und wieder kommt die Fünf ins Spiel: Zum fünften Mal muss Judith um den Einzug in die nächste Runde bangen. Diesmal reicht es nicht für den Lockenkopf. Aus der Traum unter Tränen. Anke hingegen ist weiter und hat nun endlich wieder Zeit, sich richtig auf die kommende Mottoshow (Big Band) vorzubereiten. Die Ärzte hatten in den vergangenen Wochen den Verdacht, sie sei am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt. Deshalb musste sie einige Untersuchungen über sich ergehen lassen und um ihrer Teilnahme an dieser Runde bangen.