1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Aussage gegen Aussage: Edathy belastet Mitglieder aus seiner Partei

Aussage gegen Aussage: Edathy belastet Mitglieder aus seiner Partei

Sebastian Edathy, früherer SPD-Bundestagsabgeordneter, steht zwar unter Kinderporno-Verdacht, belastet aber andere aus seiner Partei. Die wiederum bestreiten die Anschuldigungen – der Politkrimi geht also weiter.

Obwohl der unter Kinderporno-Verdacht stehende frühere Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann belastet hat, sagte dieser am Freitag: "Ich bin auch in einem Jahr noch Fraktionschef."

Edathy hatte Oppermann im Untersuchungsausschuss der Lüge bezichtigt und ihm vorgeworfen, ihn über seinen Büroleiter zum Mandatsverzicht gedrängt zu haben. "Ich habe mein Wissen über den Fall Edathy bis zu dessen Mandatsniederlegung keinem meiner Mitarbeiter anvertraut", sagte dagegen Oppermann. Aussage steht somit gegen Aussage. Genauso wie im Fall des rheinland-pfälzischen SPD-Abgeordneten Michael Hartmann: Edathy will von ihm über Ermittlungen informiert worden sein. Sein Wissen habe Hartmann vom ehemaligen BKA-Chef Jörg Ziercke bezogen, behauptet Edathy.

Im Ausschuss bestritt Hartmann dies. Er beschrieb Edathy als Mann in einer Krise. Edathy habe Alkoholprobleme gehabt. Deshalb habe er sich um ihn gekümmert und versucht, auf ihn einzuwirken. Edathy habe ihn auf kanadische Kinderporno-Ermittlungen angesprochen, sei dann in immer größere Angst verfallen. Darüber habe er Fraktionschef Oppermann informiert, erklärte Hartmann. Auf Fragen nach SMS-Wechseln aus der von Edathy vorgelegten Liste berief sich Hartmann darauf, sich nicht mehr an Einzelheiten zu erinnern. Er sei in dieser Zeit sehr beschäftigt gewesen und habe zudem eigene Probleme gehabt - Wochen später kam heraus, dass Hartmann Drogen nahm.

Wer von beiden die Wahrheit sagt, ist unklar. Der Ausschuss will seine Arbeit nun am 15. Januar mit der Befragung des ehemaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke fortsetzen. Am gleichen Tag soll auch Edathy erneut als Zeuge angehört werden. Oppermann soll ebenfalls im Januar vernommen werden. Der Politkrimi geht also weiter.