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Bahnchef erzürnt den Zweckverband

 Sie sind unterschiedlicher Ansicht in der Frage, warum Trier vom Fernverkehr abgehängt ist: SPNV-Nord-Chef Thomas Geyer (links) und Bahnchef Rüdiger Grube. TV-Fotos (2): Fritz-Peter Linden (1), Friedemann Vetter (1)
Sie sind unterschiedlicher Ansicht in der Frage, warum Trier vom Fernverkehr abgehängt ist: SPNV-Nord-Chef Thomas Geyer (links) und Bahnchef Rüdiger Grube. TV-Fotos (2): Fritz-Peter Linden (1), Friedemann Vetter (1) FOTO: (e_pruem )
Trier. Der Chef des für den regionalen Zugverkehr zuständigen Zweckverbands SPNV Nord, Thomas Geyer, ist sauer auf Bahnchef Rüdiger Grube. Der hatte im Gespräch mit dem TV behauptet, die Ausweitung des regionalen Zugverkehrs in der Region sei schuld am Wegfall der Fernzüge.

Trier. "Es gibt Behauptungen, die auch durch permanente Wiederholung der Wahrheit nicht näherrücken", sagt Thomas Geyer, Chef des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord. Zu solchen Behauptungen gehöre auch die These von Bahnchef Rüdiger Grube, der Fernverkehr bediene Trier nur deswegen nicht mehr, "weil ihn der böse Nahverkehr in Gestalt des Rheinland-Pfalz-Taktes verdrängt habe" (der TV berichtete in seiner Montagsausgabe am 30. März).
Um die Jahrtausendwende sei Trier noch gut an das Fernverkehrsnetz angeschlossen gewesen, sagt Geyer. Alle zwei Stunden sei ein Zug über Saarbrücken nach Süddeutschland oder über Koblenz nach Norden gefahren. "Dieses Angebot wurde in den Folgejahren schrittweise zurückgefahren, die Angebotslücken auf der Saar- und Moselstrecke wurden, so gut es ging, durch Nahverkehrszüge geschlossen", sagt Geyer.
Zuletzt seien dann die beiden IC auf der Moselstrecke übriggeblieben, "die mit historisch anmutendem Wagenmaterial Luxemburg mit Ostfriesland verbanden". 2007 hätten die Planungen für den Rheinland-Pfalz-Takt 2015 begonnen. "Hätte man sich seitens der Bahn zum damaligen Zeitpunkt klar zu einem dauerhaften Fernverkehr auf der Moselstrecke bekannt, wäre das selbstverständlich in die Nahverkehrsplanungen eingeflossen und man hätte ein sich gegenseitig ergänzendes Konzept erstellt", sagt Geyer. Doch die Bahn habe immer wieder auf die wirtschaftlich schwierige Lage des Fernverkehrs auf der Moselstrecke hingewiesen.
Nun habe die Bahn angekündigt, Trier künftig wieder im Zweistundentakt mit dem "Rest der Welt" zu verbinden, aber erst dann, wenn der aktuelle Vertrag mit der Bahntochter DB Regio, die die Strecke Koblenz-Trier-Saarbrücken-Mannheim bedient, ausgelaufen sei, also in 2030. Das macht Geyer wütend: "Wieso man jetzt der Auffassung ist, dass ein derartiges Angebot dann ab 2030 wirtschaftlich zu betreiben sei, was ja in der Vergangenheit gerade nicht möglich war, bleibt ein Geheimnis der Deutschen Bahn." wie

 Bahnchef Ruediger Grube besuchte den Trierer Bahnhof und sprach mit Mitarbeitern der Bahn, und auf der Zugfahrt nach Koblenz mit Reisenden. Im Fuehrerstand der Lok mit Peter Zeimetz TV-Foto: Friedemann Vetter
Bahnchef Ruediger Grube besuchte den Trierer Bahnhof und sprach mit Mitarbeitern der Bahn, und auf der Zugfahrt nach Koblenz mit Reisenden. Im Fuehrerstand der Lok mit Peter Zeimetz TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: friedemann vetter (ve.), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"