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Bange Blicke nach Berlin: Was wird aus den Kasernen in der Eifel?

Bange Blicke nach Berlin: Was wird aus den Kasernen in der Eifel?

Viel ist schon diskutiert und spekuliert worden, aber erst am Mittwoch gibt es Gewissheit: Verteidigungsminister de Maizière wird in Berlin bekanntgeben, welche der bundesweit rund 400 Bundeswehrstandorte erhalten bleiben.

Trier/Daun/Gerolstein. Vor allem in der Vulkaneifel steigt die Spannung: Viele bange Blicke werden nach Berlin gerichtet sein, wenn Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière am Mittwoch, 26. Oktober, in der Hauptstadt verkünden wird, was mit den bundesweit etwa 400 Bundeswehrstandorten passiert. Und damit auch, ob die Kasernen in Daun und Gerolstein und die Wehrtechnische Dienststelle in Trier eine Zukunft haben.

1993 war Daun um eine mögliche Schließung herumgekommen, und bei der zurückliegenden großen Umstrukturierung 2004 blieben beide Standorte erhalten. Die Spannung ist größer als vor anderen solchen Entscheidungen in der Vergangenheit, denn diesmal ist kaum etwas aus dem Verteidigungsministerium nach außen gedrungen. Deshalb bleibt vieles Spekulation: So rechnet der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, mit der Schließung von 40 bis 60 Bundeswehrstandorten. Auflösungen von Kasernen sind unvermeidlich, denn die Zahl der Soldaten wird von derzeit 220.000 auf rund 170.000 und die der Zivilbeschäftigten von 76.000 auf 55.000 reduziert.

Nur in Eifel noch große Bundeswehrstandorte

Die Region Trier hat in den vergangenen Jahren viel an militärischer Präsenz verloren. Die französischen Streitkräfte sind komplett abgezogen, die Amerikaner haben ihr Engagement zurückgefahren, und auch viele Bundeswehrstandorte sind entweder verkleinert oder geschlossen worden. Von den Umstrukturierungen der Bundeswehr ist nur die Eifel fast ungeschoren davongekommen.

In Daun und Gerolstein, die einzig verbliebenen großen Bundeswehrstandorte in der Region, gibt es derzeit rund 1800 Soldaten und Zivilbeschäftigte.
Die Reduzierung der Bundeswehrpräsenz in der jüngeren Vergangenheit hat vor allem in Trier zu einem fast kompletten militärischen Kahlschlag geführt. So hatte die Standortverwaltung Trier (auch sie ist längst Geschichte) 1998 noch rund 1900 Soldaten und 700 Zivilbeschäftigte zu betreuen. Diese gehörten Einheiten in der Stadt selbst und in Hermeskeil an. Und heute: In Trier sind gerade mal noch etwas mehr als 100 Soldaten stationiert (siehe Artikel rechts), in Hermeskeil gar keine.

Zivile Nutzung in Hermeskeil zunächst mit Schwierigkeiten

Die dortige Hochwaldkaserne (einst mit mehr als 700 Soldaten und Zivilbeschäftigten) ist 2006 geschlossen worden. Bei der zivilen Nutzung des 38 Hektar großen Geländes gab es große Schwierigkeiten. Die Kaserne wurde 2010 verkauft, die privaten Investoren wollten auf dem Gelände für 25 Millionen Euro einen großen Tourismus- und Freizeitpark errichten. Diese Pläne zerschlugen sich Anfang 2011, als die Dorf-Hochwald-Gesellschaft pleiteging. Seit dem 1. April ist ein Privatunternehmen aus dem Kreis Cochem-Zell Besitzer der früheren Kaserne. Sie soll zu einem Zentrum für erneuerbare Energien werden.

Auch in Traben-Trarbach wird demnächst eine Bundeswehr-Liegenschaft frei. Das Amt für Geoinformationswesen - derzeit sind noch 200 Beschäftigte an der Mosel - wird nach Euskirchen verlegt und ist bis 2013 zur Schließung vorgesehen.

2003 gab es noch rund 4600 Soldaten und Zivilbeschäftigte in der Region, aktuell sind es rund 2500. Und demnächst? Diese Frage wird am Mittwoch beantwortet.