Basta statt Pasta

Ist die Saure-Gurken-Zeit angebrochen, dann kann urplötzlich Absurdes die Schlagzeilen beherrschen. Ein paar Einblicke in die Tiefen der Sommerlöcher.

Berlin. (has) 2008 forderte der Grüne Winfried Hermann die Einführung einer Vier-Tage-Woche für Pendler, wegen der hohen Spritkosten und der Umwelt zuliebe. CDU-Verkehrsexperte Gero Storjohann sprach sich für Nummernschilder für Fahrräder in Städten aus, "viele Radler fahren bei Rot über die Ampel oder nachts ohne Licht", so seine Begründung. Im heißen Juli 1994 entschwamm der Kaiman "Sammy" seinem Herrchen in einen Baggersee bei Dormagen. Fünf Tage wartete die Nation gebannt, ob das kleine Reptil gänzlich abgesoffen war. Das war es nicht. 2006 dann waren alle ein bisschen "Bruno": Der Braunbär, von Volkes Schnauze prompt "Problembär" genannt, riss in Bayern ein paar Schafe. Bruno regte sogar den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zu Versprechen und Versprechern an - und wurde schließlich heimtückisch gemeuchelt.

Selbst Gerhard Schröder verdiente sich Sporen im Sommerloch, im Jahr 2003: Der Kanzler sagte "Basta" statt Pasta und reiste nicht nach Italien in den Urlaub. Denn der gänzlich unbekannte italienische Tourismus-Staatssekretär Stefano Stefani soll damals die Deutschen beleidigt haben, die als "supernationalistische Blonde" über die italienischen Strände herfielen.