Baumwollstift enttarnt Blüten

Baumwollstift enttarnt Blüten

Das Geschäft mit den Blüten floriert: Vor allem im Trubel der Vorweihnachtszeit versuchen Betrüger oft erfolgreich, das Falschgeld unter die Leute zu bringen. Dann sind die Empfänger die Gelackmeierten. Für Falschgeld gibt es nämlich keinen Ersatz.

Trier. Wer im Geschäft mit einem Schein bezahlt, erlebt immer häufiger, dass die Kassiererin einen Stift zückt und einen Strich auf der Banknote macht. Aber was wird da eigentlich wie überprüft? Klar ist: Es geht um Falschgeld. Und mit dem Stift wird der Baumwollgehalt der Geldscheine geprüft. Bleibt der Strich unsichtbar, enthält das Papier Baumwolle - der Schein ist höchstwahrscheinlich echt. Ist der Strich dagegen sichtbar, ist im Papier des Geldscheins keine Baumwolle enthalten, der Schein somit wahrscheinlich gefälscht.
Der Baumwoll-Prüfstift - ein handliches Hilfsmittel für Leute, die viel mit Geldscheinen zu tun haben. Hundertprozentige Sicherheit biete der Stift aber nicht, sagen Experten.

Und wie erkenne ich als Verbraucher, ob ich möglicherweise eine Blüte im Portemonnaie habe? "Schauen Sie sich Ihr Geld genau an", raten die Falschgeldfachleute der Deutschen Bundesbank. Banknoten sollten nach dem Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen" aufmerksam geprüft werden. Dabei sollten die Verbraucher dann auf die Sicherheitsmerkmale achten:Die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank, die Wertzahl und die Abbildungen der Fenster oder Tore heben sich deutlich fühlbar von der Oberfläche ab.Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht sehen.Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Banknoten bis 20 Euro) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Banknoten ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.Zusätzlich weisen die neuen Euro-Banknoten auf der Vorderseite links die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.
Die Experten der Bundesbank raten, eine verdächtige Banknote mit einer zweifelsfrei echten Banknote zu vergleichen. Dazu eigneten sich Scheine, die von einem Geldautomaten ausgezahlt wurden. Auch Banken könnten Geldscheine auf Echtheit überprüfen.

Wer eine Blüte im Portemonnaie hat, sollte sofort zur Polizei gehen. Denn wer mit Falschgeld bezahlt oder es weitergibt, macht sich strafbar.

Und wie erkenne ich gefälschte Münzen?
Gefälscht werden eigentlich nur 50-Cent-, Ein- und Zwei-Euro-Münzen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden laut Bundesbank 18 700 falsche Münzen entdeckt.Bei echten Münzen tritt das Münzbild deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor. Münzfälschungen wirken dagegen oft verschwommen und weisen häufig Unebenheiten auf.Die Farbtönung weicht in der Regel von echten Münzen ab.Die Randprägungen der echten Zwei-Euro-Münzen sind gestochen scharf. Fälschungen weisen dagegen häufig unvollständige oder unregelmäßige Randprägungen auf.Echte Ein- und Zwei-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch. Sie bleiben zwar am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fälschungen hingegen werden in der Regel nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten. Auch bei vermeintlich gefälschten Münzen sollten Verbraucher zur Polizei gehen.Extra: Geldfälscher verurteilt

Das Trierer Landgericht hat am Montag drei Geldfälscher zu Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer vor zwei Jahren Blüten im Wert von über 100.000 Euro in Umlauf gebracht haben. Die Männer wurden bereits im August vorigen Jahres deswegen verurteilt. Allerdings hob der Bundesgerichtshof die Urteile teilweise wieder auf. Daher musste der Prozess neu aufgerollt werden.

Das Geld stammt von einem bereits zuvor rechtskräftig verurteilten französischen Autohändler. Der wiederum will die Blüten zufällig von einem italienischen Geschäftsmann aus Neapel erhalten haben. Er hat den drei Männern das Falschgeld angeboten, unter anderem 32.000 Euro im Wert vom 8500 Euro.

Das Falschgeld brachten sie in verschiedenen Geschäften etwa in Trier und in Saarbrücken in Umlauf. Allerdings bekam die Polizei Wind von den Geschäften. Verdeckte Ermittler fädelten zum Schein ein Geschäft mit der Geldfälscherbande ein.

Die Geldübergabe sollte im saarländischen Otzenhausen stattfinden. Dort wurde das Trio im November 2014 festgenommen. wie

Mehr von Volksfreund