Becks Chance

Die Nachricht überraschte: Bush kommt nach Mainz. Noch vor Weihnachten hatte Ministerpräsident Kurt Beck Spekulationen über eine solch schlagzeilenträchtige Visite als unwahrscheinlich angesehen. Doch nun kommt der Mann an den Rhein, der über die Zukunft der immer noch zahlreichen US-Stützpunkte im Land entscheidet.

Für Beck vielleicht die große Chance, mit Gastfreundschaft und möglicherweise auch Argumenten positive Impulse zu geben. Im Raum steht die US-Ankündigung, zehntausende Soldaten aus Deutschland zurückzuholen. Besonders gefährdet ist nach dem weitgehend beschlossenen Abzug der Panzer-Einheiten der ohnehin strukturschwache Standort Baumholder. Auch der Verbleib der Kampfjets in Spangdahlem, und damit letztlich die Größe des Stützpunktes, stehen in den Sternen. Doch Washingtons Stationierungsentscheidungen entwickeln sich angesichts des heftigen und kostenträchtigen Engagements im Irak zur Hängepartie. Das Land steht derzeit mit seinem "Köder" eines Housing-Programms, das über bessere Unterbringung der Soldaten möglichst viele der 23 000 GIs halten will, ratlos da und muss abwarten. Entscheiden wird Bush auch in Mainz nichts. So bleibt Beck nichts anderes übrig, als für einen guten Eindruck zu sorgen, auf dass sich Bush oder einer seiner Berater später daran erinnert, dass dieses Rheinland-Pfalz in Old Germany gar nicht schlecht ist für US-Boys. j.winkler@volksfreund.de