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Bevölkerung: Auf dem Land wird es einsam

Bevölkerung: Auf dem Land wird es einsam

MAINZ. (win) Der Bevölkerungsschwund in Rheinland-Pfalz beschleunigt sich merklich: Um fast 5000 sank die Zahl der Landesbewohner im ersten Halbjahr 2006. Im vergangenen Jahr waren es noch 2300 insgesamt. In der Region Trier konnte nur der Kreis Trier-Saarburg zulegen.

Weniger Kinder, mehr Sterbefälle und eine rückläufige Zuwanderung haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Zahl der Rheinland-Pfälzer um 4762 auf 4 054 081 schrumpfen lassen. Nur noch rund 14 800 Geburten standen knapp 21000 Sterbefälle gegenüber. Weil gleichzeitig lediglich 1300 Menschen mehr zu- als weggezogen sind, konnte die Lücke nicht mehr geschlossen werden. Damit ist der demografische Wandel nach den ersten Anzeichen im vergangenen Jahr mit einem Minus von 2300 Einwohnern im Land angekommen.Was in den nächsten Jahren noch vergleichsweise überschaubar aussehen wird, soll sich jedoch bis 2050 nach den "mittleren" Prognosen der Statistiker zu einem Bevölkerungsschwund von rund 20 Prozent auswachsen. Entsprechend wird die Zahl der Landesbewohner von vier auf rund 3,3 Millionen sinken. Strukturschwache Gebiete wie die Westpfalz, aber auch der Nahe-Hunsrück-Raum werden wegen der zusätzlichen Bevölkerungswanderung deutlich verlieren.

Unter den rheinland-pfälzischen Landkreisen hat einzig Trier-Saarburg mit einem Plus von 280 Einwohnern deutlich zulegen können und dabei wohl in erster Linie von der Grenznähe zum wirtschaftlich attraktiven Luxemburg profitiert. Verloren haben dagegen die Kreise Bitburg-Prüm (-220), Daun (-154) und Bernkastel-Kues (-123). Auch die Stadt Trier hat 284 Einwohner eingebüßt und sich mit jetzt 99 559 weiter von der 100 000-Hürde für eine Großstadt entfernt.

Rückläufig sind die Einwohnerzahlen in den meisten Landkreisen, vor allem in Kusel, Ahrweiler, Birkenfeld und Cochem- Zell. Über deutliche Zuwächse dürfen sich dagegen Städte wie Landau, Worms und Mainz freuen.

Entscheidend für den sich verstärkenden Bevölkerungsschwund ist nach dem Abflauen der Zuzugswelle der Geburtenrückgang. Erblickten 1963 mit 67 800 Neugeborenen so viel Kinder wie nie in Rheinland-Pfalz das Licht der Welt, waren es 2005 mit 32 600 so wenig wie nie. Im oder über dem Landesdurchschnitt von acht Babys pro 1000 Einwohner lagen im vergangenen Jahr in der Region nur die Stadt Trier sowie die Landkreise Bitburg-Prüm und Daun.

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