Bewährungsprobe kommt erst

Wenn Generalvikar Georg Holkenbrink heute die geplante Neuordnung der Pfarreienlandschaft vorstellen wird, werden sich einige unweigerlich an seinen Vorgänger Werner Rössel und dessen letztes großes Reformprojekt erinnern: die Sparbeschlüsse des Bistums.

Wegen der vor gut zwei Jahren abgesegneten millionenschweren Einsparungen hagelte es jede Menge Proteste; den Ärger und Unmut bekam vor allem der Verwaltungschef des Bischofs zu spüren. Demgegenüber werden die Reaktionen auf das Gesellenstück von Rössels Nachfolger Georg Holkenbrink eher ein laues Lüftchen sein. Was einerseits an der Aufgabenstellung liegen mag, zum anderen aber auch an der Umsetzung. Denn die Art und Weise, wie die Gläubigen und Gremien in den Pfarreien und Dekanaten im Vorfeld einbezogen wurden, war - trotz der Vorgaben aus Trier - vorbildlich. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich der Protest gegen die notwendige Strukturreform in Grenzen hält. Das muss aber nicht so bleiben. Denn noch ist vieles Zukunftsmusik, steht die Zusammenlegung von Pfarreien vielerorts nur auf dem Papier. Wenn es aber an die Umsetzung der Strukturreform geht, ein Priester plötzlich acht statt vier Pfarreien zu betreuen hat, wird es mancherorts unweigerlich Probleme geben. Weil sich auch ein Geistlicher nicht teilen kann, werden Gottesdienste zusammengelegt und pastorale Angebote eingeschränkt werden müssen. Da ist der Unmut programmiert. Die große Bewährungsprobe steht dem Generalvikar also erst noch bevor. r.seydewitz@volksfreund.de