Bitte keine Panikmache

Fußball lebt von Emotionen, vom Zusammentreffen verschiedener Kulturen, vom länderübergreifenden Feiern und Trauern. Dies soll und wird die anstehende Weltmeisterschaft in Deutschland vermitteln. Doch wo ist im Moment der Enthusiasmus, wo die Vorfreude?

Stattdessen wird ein Schreckensszenario nach dem anderen in die Welt gesetzt, so dass einen mulmige Gefühle übermannen. Muss das WM-Motto "Zu Gast bei Freunden" etwa umgeschrieben werden - zum Beispiel in "Zu Gast bei Terroristen, Neonazis und Hooligans"? Wer so denkt, betreibt unangemessene Panikmache. Klar ist: Die Sicherheitskräfte sind nicht zu beneiden. Sie bewegen sich auf einem sehr schmalen Grat. Sie müssen einerseits so viel Sicherheit wie möglich bieten, andererseits keineswegs ein Bild von "Polizeifestspielen" abgeben. Bagatellisiert werden darf nichts, Sorgen machende Signale über Unruheherde müssen konsequent verfolgt werden. Aber "Reise-Warnungen" an Ausländer, wie sie gestern beispielsweise der ehemalige Regierungssprecher Uwe-Karten Heye ausgesprochen hat, schaden mehr als dass sie nützten. m.blahak@volksfreund.de