Bizarre Debatte

Jetzt gehen also einige Top-Manager in die Offensive. Nein, "wir verdienen nicht zu viel", lautet die provokante Schlagzeile. Das verwundert nicht. Denn kaum jemand glaubt doch von sich selber, dass sein Gehalt zu hoch ist.

Die Debatte nimmt bizarre Züge an. Weil sie sich aus der populistischen Umklammerung nicht löst. Wer traut sich eigentlich zu, in Zeiten der Globalisierung und der weltumspannenden Konzerne festzulegen, wann ein Managergehalt angemessen und wann es obszön ist? Das kann niemand, auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nicht, der für Obergrenzen plädiert. Es ist ein Bauchgefühl, das einem ab und an sagt, jetzt werden Grenzen überschritten. Dieses Gefühl lässt sich aber schlechterdings in ein solides Gesetz pressen. Das Pferd muss deshalb anders aufgezäumt werden: Top-Einkünfte beinhalten auch eine Top-Verantwortung. Jeder Manager muss regelmäßig daran erinnert werden, dass sein exorbitantes Gehalt nicht losgelöst von dem gesehen werden darf, was er seinen eigenen Mitarbeitern zumutet. Wer mickrige Löhne von drei Euro zahlt oder ganze Belegschaften zum Lohndumping ausgliedert, der gehört zu Recht verbal geprügelt, wenn im Gegenzug sein Millionengehalt weiter wächst. Bundespräsident Horst Köhler hat dies getan. Das war gut so. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung gibt es übrigens auch die anderen Fälle: Die große Mehrheit der Manager ist durchaus verantwortungsbewusst. Sie sind nicht gierig, sondern fleißig. Für sich - und für ihre Angestellten. nachrichten.red@volksfreund.de