Bodenständiger SPD-Mann betreut Opfer von Berlin

Steinfeld/Pfalz · Steinfeld/Pfalz (dpa) Wenige Politiker verkörpern in Deutschland so sehr den Typus eines Sozialdemokraten wie Kurt Beck. Nun ist der bodenständige Pfälzer Beauftragter für die Opfer und Hinterbliebenen des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentats.

Vom Maurersohn zum SPD-Chef: Kurt Beck (68) ist ein Sozialdemokrat der alten Schule, ein Ex-Vollblutpolitiker und ein ehemaliger Landesvater, der einst mindestens jedem zweiten Rheinland-Pfälzer die Hand geschüttelt haben soll. Aufgewachsen ist Beck im südpfälzischen Dorf Steinfeld - dort lebt er immer noch. Er steht heute an der Spitze der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).
Der bekennende Fußballfan des 1. FC Kaiserslautern ist bodenständig und temperamentvoll, verheiratet und Vater eines Sohnes. Von 1993 bis 2012 war Beck SPD-Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, von 1994 bis Anfang 2013 Ministerpräsident. Für seinen Rücktritt nach so langer Zeit gab er gesundheitliche Gründe an. Dieser Schritt fiel in die Nachwehen um die Nürburgring-Pleite. Beck gab hier Fehler zu. 2009 war die Privatfinanzierung der Rennstrecke unter ihm spektakulär gescheitert, 2012 ging der Ring insolvent.
Die Bundes-SPD leitete Beck von 2006 bis 2008. Auch hier war sein Abschied vom Amt nicht freiwillig, sondern SPD-internen Querelen geschuldet. Immer noch äußert sich der Ex-Landesvater öffentlich zu politischen Fragen. Ende 2015 hat er nach eigenen Worten einen "leichten, aber doch merklichen Gehirnschlag" erlitten. Beck dazu einige Wochen später: "Es geht deutlich besser."