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Brezeln, Käse, Saft: Kontrolleure finden immer wieder Unappetitliches

Brezeln, Käse, Saft: Kontrolleure finden immer wieder Unappetitliches

Schimmel im Orangensaft, gefährliche Bakterien auf Käse, Spülmaschinensalz auf einer Brezel: Auch im vergangenen Jahr haben Lebensmittel-Kontrolleure in Rheinland-Pfalz bei Betrieben unappetitliche Funde gemacht. Der große Skandal blieb zwar aus - Experten sagen aber, dass die Ergebnisse besser sein könnten.

Es müssen fatale Besuche gewesen sein, die Lebensmittel-Kontrolleure aus dem Kreis Trier-Saarburg sechs Betrieben im vergangenen Jahr abgestattet haben. Denn die Läden mussten daraufhin vorübergehend dichtgemacht werden. Um welche Betriebe es sich handelt, darüber dürfe er aus Datenschutzgründen nicht sprechen, sagt Pressesprecher Thomas Müller. Er macht aber deutlich: "Schließt ein Betrieb, geht es um gravierende Mängel wie verdorbene Lebensmittel, Schimmel oder herumliegende Maus-Köttel." Auch im Kreis Bernkastel-Wittlich musste ein Unternehmen wegen Hygienemängeln vorläufig geschlossen werden. Sprecher Manuel Follmann sagt, so weit komme es nur, wenn "Dritte gefährdet" seien.

Und das war im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz mehrfach der Fall. Jede neunte Lebensmittelprobe musste beanstandet werden, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). 39 der Proben waren gesundheitsschädlich - wie Schimmel in Orangensäften, durchfallverursachende Coli-Bakterien auf Käse oder Salmonellen in geräucherten Forellen. Einen Lebensmittelskandal habe es im vergangenen Jahr nicht gegeben, betont Höfken. Die Quote der beanstandeten Lebensmittel sei von 12,7 Prozent auf 11,3 Prozent zurückgegangen. Mit den Zahlen ist Höfken zufrieden. Sie sagt aber: "Wir müssen wachsam sein."

Kritiker meinen, die Werte könnten noch deutlich besser sein. Der gemeinnützige Verein Foodwatch fordert eine Lebensmittel-Ampel, die Verbraucher über die Ergebnisse der Kontrollen informiert. "Momentan können Menschen nicht wissen, ob sie ein Schmuddellokal besuchen oder eines, das sauber arbeitet", sagt Pressesprecher Andreas Winkler. Umweltministerin Höfken hält dagegen, dass eine Ampel nur bundesweit Sinn mache, dafür aber die nötigen Mehrheiten fehlten. Gereon Haumann, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), fordert, dass alle Gastronomen eine Berufsausbildung haben müssten. Das sei nicht der Fall. Kritik äußert Haumann an einer geplanten EU-Verordnung, die den Betrieben zusätzliche Kosten beschere.

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