Brüderle krönt Karriere

Drei Rheinland-Pfälzer sitzen künftig am Berliner Kabinettstisch: Rainer Brüderle (FDP) als Wirtschaftsminister, Maria Böhmer (CDU) als Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration und Julia Klöckner (CDU) als Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Mainz. (fcg) Der Liberale Rainer Brüderle (64), Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei, wirkt am Sonntag im Gespräch mit dem TV noch geschafft von den wochenlangen Verhandlungsnächten der schwarz-gelben Koalitionäre. Er sei "etwas müde", bekennt er. Es ist ein offenes Geheimnis in Berlin und in Mainz, dass der im pfälzischen Landau aufgewachsene Politiker seine lange Karriere mit dem neuen Amt krönt. Doch Brüderle winkt ab: "Solche großen Worte würde ich nicht wählen."

Reichlich Erfahrung bringt der Diplomvolkswirt, ehemaliger Wirtschaftsdezernent der Stadt Mainz und von 1987 bis 1998 Wirtschaftsminister des Landes, für seine künftige Aufgabe mit. Gleichwohl werde er sie "mit großer Demut angehen", denn sie bringe auch eine "große Verantwortung" mit sich, sagt Brüderle. Welche Vorhaben er als Bundeswirtschaftsminister als erstes angehen will, verrät der gebürtige Berliner nicht. "Wir werden eine andere Politik machen, soviel ist sicher", sagt er nur.

Auswirkungen für die Landes-FDP sieht der Mann, der in der Vergangenheit durch seine lockeren Sprüche und seine Schlitzohrigkeit auf sich aufmerksam machte, nicht. "Es wird keine Personaldiskussion geben", betont Brüderle, der die Partei seit 1983 führt. Er sei im März für zwei Jahre als Landesvorsitzender wiedergewählt worden "und es funktioniert alles sehr gut". Das sei dem sehr guten, eng zusammenarbeitenden Team zu verdanken. Man müsse allerdings "über die Verlagerung von Aufgaben diskutieren".

Bei der rheinland-pfälzischen CDU verdient vor allem die Personalie Julia Klöckner Beachtung. Die 36-jährige Winzertochter aus Bad Kreuznach war als mögliche Herausforderin von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bei der Landtagswahl 2011 gehandelt worden. Da sie nun in Berlin Staatssekretärin wird, kommt sie dafür nicht in Betracht. Für Kollegin Maria Böhmer (59) ändert sich nichts. Sie behält ihren Job als Staatsministerin, den sie seit 2005 innehat.