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Brüssel ist nur das Vorprogramm

Brüssel ist nur das Vorprogramm

Die Regierungschefs der sieben wichtigsten westlichen Industrienationen treffen sich heute in Brüssel - dabei geht es erneut und insbesondere um die Haltung zu Russland angesichts der Krise in der Ukraine.

Brüssel. Wegen der Ukraine-Krise spielt die Musik nicht beim heutigen G-7-Treffen in Brüssel, sondern vor allem am Freitag bei den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie. Dort treffen Russlands Präsident Wladimir Putin und der designierte ukrainische Präsident Petro Poroschenko aufeinander. Zudem wird Putin mit Kanzlerin Angela Merkel reden. Allerdings geht es auch in Brüssel um die Ukraine.

Wieso das zusätzliche Treffen in Brüssel?
Eigentlich sollte es ein G-8-Treffen unter russischer Schirmherrschaft in Sotschi geben. Doch als Reaktion auf die Annexion der Krim durch Russland haben die westlichen Industriestaaten beschlossen, Moskau aus ihrem Kreis auszuschließen - und sich als G 7 in Brüssel zu treffen.
Wird es neue Sanktionen gegen Russland geben?
Nein, die G 7 wollen die Konfrontation mit Moskau so kurz vor den Treffen in der Normandie nicht verschärfen.
Gibt es Zeichen der Deeskalation?
Die Bundesregierung wertet den Verlauf der Präsidentschaftswahl in der Ukraine genauso als positiv wie die bisherigen Gasgespräche zwischen Russland, der Ukraine und der EU. Auf dem Tisch liegt nun ein Kompromissvorschlag, der den Gaspreis bis Juni 2015 festlegt. Moskau hatte gedroht, nur nach Vorkasse weiter an die Ukraine zu liefern. Russland müsse nun seine "Hausaufgaben" erledigen, heißt es aus Berlin. Dazu gehört nach Meinung der G 7 eine Anerkennung des neuen ukrainischen Präsidenten.
Wie sieht dies die US-Regierung?
In den USA überwiegt die Meinung, dass Russland in der Ukraine-Krise immer noch eine zumindest zwiespältige Rolle spielt - und deshalb ein harter Kurs angesagt bleibt. US-Präsident Barack Obama hätte auch weniger Probleme mit Wirtschaftssanktionen als die Europäer.
Was passiert bei der Energiepolitik?
Die G-7-Regierungen wollen die Internationale Energieagentur (IAE) beauftragen, mit der EU eine gemeinsame Energiestrategie zu entwickeln, um die Abhängigkeit von Russlands Gas zu reduzieren. Ein Beitrag könnte etwa der Import US-amerikanischen Flüssiggases sein.