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Burnout und Depressionen: Auch Arbeitnehmer in der Region fehlen immer häufiger

Burnout und Depressionen: Auch Arbeitnehmer in der Region fehlen immer häufiger

Auch in der Region sind psychische Erkrankungen eine wachsende Ursache für Fehlzeiten und Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern. Das Kompetenznetz gegen Depression Eifel-Mosel will das Bewusstsein für das Problem schärfen und eine Allianz gegen Burnout schmieden. Statistisch gesehen fehlt jeder Arbeitnehmer in Trier drei Tage im Jahr wegen psychischer Probleme.

Auf Bundes- und Landesebene sind psychische Erkrankungen als Ursache für Fehltage im Betrieb dramatisch angestiegen. Auch wenn in der Stadt Trier und den umliegenden Kreisen die Steigerungsraten insgesamt geringer sind als überregional: Die Tendenzen sind die gleichen.

So fallen längst mehr Arbeitstage wegen Burnout und Depression aus als aufgrund von Erkältung und Bronchitis. In der Stadt Trier, so hat es die Barmer Ersatzkasse ermittelt, kommen auf 100 Arbeitnehmer 306 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. In Bernkastel-Wittlich sind es 269, in Bitburg-Prüm 243, in Trier-Saarburg 250 und im Vulkaneifel-Kreis 237. Nach bundesweiten Erhebungen ist auch die Zahl der Frühverrentungen erheblich angestiegen.

Das deckt sich mit Beobachtungen vor Ort. Elke Thees vom Dachverband der Selbsthilfegruppen in der Region (Sekis) hat in den letzten Jahren Gruppen in Trier, Wittlich, Daun und Cochem mitgegründet, in denen sich Betroffene zusammenschließen. "Das Problem wird den Menschen langsam bewusster", sagt Thees.

"Der Trend ist signifikant", bestätigt auch Dieter Ackermann vom Kompetenznetz gegen Depression Eifel-Mosel, in dem sich Kommunen, Gesundheitseinrichtungen und Experten zusammengeschlossen haben. Im Herbst will man mit einer großen Konferenz das Thema "Depression und Arbeit" in den Vordergrund rücken. "Wir brauchen Öffentlichkeit, wenn wir etwas bewegen wollen", betont Ackermann, der beim Kreis Trier-Saarburg auch einen akuten Krisen-Dienst für psychisch Erkrankte etabliert hat.

Dabei sucht man vor allem den Kontakt mit Unternehmen. Die betriebliche Gesundheitsförderung sei immer mehr Betrieben ein wichtiges Anliegen, versichert Martina Becker von der Industrie- und Handelskammer Trier. Aber dabei steht meist die körperliche Gesundheit im Mittelpunkt. Psychische Probleme, räumt Becker ein, seien "kein Thema, mit dem man offene Türen einrennt".

Das soll sich ändern. Wie das gehen könnte, zeigt beispielsweise das Trierer Mutterhaus mit seinem "Self-Care-Training" für Mitarbeiter.