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CDU attackiert Dorfschulen-Politik

CDU attackiert Dorfschulen-Politik

Für die Träger drängt die Zeit. Die Union wirft dem Land stilloses Vorgehen vor.

Kinder aus Heidenburg (Kreis Bernkastel-Wittlich) singen über YouTube ein Lied, eine Online-Petition zum Erhalt der kleinen Grundschulen hat mehr als 25 000 Unterstützer gefunden. Die 14 Dorfschulen in der Region, denen das Aus droht, fügen sich nicht kampflos. Das Problem: Geholfen hat der Widerstand bislang wenig. Bis zum 30. September müssen die Schulträger - meist die Verbandsgemeinden - der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier ihre Konzepte vorstellen, um das Land von ihrer Schule zu überzeugen.

Die Opposition kritisierte am Mittwoch im Mainzer Landtag das Vorgehen der Regierung. Die Union forderte, die Prüfung von insgesamt 41 zu kleinen rheinland-pfälzischen Schulen aufzuschieben und das Schulgesetz zu ändern. "Geschmacklos, stillos, rücksichtslos" setze sich das Land über die Wünsche der Betroffenen hinweg, tadelte Anke Beilstein. Die CDU-Politikerin nannte Ministerin Stefanie Hubig (SPD) "visionslos" und warf dem Land vor, Lehrer aus Dörfern in die Städte abziehen zu wollen.

Dabei bezog sich Beilstein auf eine Rede von SPD-Politiker Johannes Klomann, der Kritikern empfahl, "mal die Brille der Städte aufzusetzen", in denen Lehrer deutlich mehr Schüler betreuen müssten. Beilstein mahnte auch an, dass das Land beim Grundschul-Aus in Klotten (Kreis Cochem-Zell) den Bürgermeister zu spät informiert habe und Träger sich bei den Konzepten im Stich gelassen fühlten. Regionalelternsprecher Reiner Schladweiler spricht ebenfalls von belasteten Trägern, die oft ehrenamtlich an Konzepten feilten.

Hubig (SPD) widersprach. Den Bürgermeister habe das Land trotz mehrerer Versuche nicht erreicht - und dann eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Sie habe außerdem den Eindruck, dass die ADD rührig mit den Trägern arbeite. Dem Vorwurf von Beilstein, am Ende gehe es nicht um Pläne, sondern um nackte Schülerzahlen, widersprach sie. Im pfälzischen Wernersberg bleibe eine Grundschule schon mal erhalten.