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CDU-Bewerber aus der Region haben gute Karten

Berlin/Trier. Die Bundestagswahl 2013 wirft ihre Schatten voraus. Nach und nach nominieren die Parteien in der Region ihre Kandidaten. Selbst kleinere Gruppierungen wollen in allen Wahlkreisen mit Direktkandidaten antreten. Rolf Seydewitz


Berlin/Trier. Schaut man sich die jüngsten Umfragen an, könnten sich die Piraten einigermaßen beruhigt zurücklehnen. In den vergangenen Wochen und Monaten rangierte die Partei bei der sogenannten Sonntagsfrage beständig zwischen sechs und sieben Prozent. Kentert das Piratenschiff nicht noch bis zur Wahl im nächsten Jahr, ist ein Einzug in den Bundestag wahrscheinlich. Auch der rheinland-pfälzische Piraten-Landesverband will gerüstet sein. "Wir versuchen, neben der Landesliste auch in jedem der 15 Wahlkreise einen eigenen Direktkandidaten zu stellen", sagt Sprecher Ingo Sauer.
Ein ehrgeiziges Ziel, das auch die Freien Wähler verfolgen. "Unser Ziel ist es, mit einer Landesliste anzutreten und möglichst alle 15 Wahlkreise zu besetzen", sagt Landesgeschäftsführer Reinhold Niederprüm. Die Chancen, eines der 15 rheinland-pfälzischen Direktmandate zu bekommen, dürften allerdings gering sein. Bei der letzten Bundestagswahl gingen 13 Mandate an die CDU und zwei an die SPD.
CDU: In den drei Wahlkreisen der Region Trier machten die christdemokratischen Bewerber Peter Bleser (Mosel/Rhein-Hunsrück), Bernhard Kaster (Trier) und Patrick Schnieder (Bitburg) sogar mit jeweils rund 20 Prozentpunkten Abstand auf ihre SPD-Kontrahenten das Rennen.
SPD: Schwer vorstellbar, dass die Genossen es bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr schaffen, den Spieß umzudrehen. Wollen sie ins Parlament, müssen Katarina Barley (41, Trier), Anja Bindges (48, Traben-Trarbach) oder Jens Jenssen (32, Daun) um eine gute Platzierung auf der Landesliste kämpfen und auf ein gutes Abschneiden der SPD hoffen.
Das gilt auch für die regionalen Grünen, die in der Vergangenheit mit der Eifelerin Ulrike Höfken ein Aushängeschild auf Platz eins der Landesliste hatten. Höfken hat dem Bundestag allerdings Mitte der Legislaturperiode Adieu gesagt. Sie gehört inzwischen als Ministerin dem rot-grünen Mainzer Kabinett an. Wer aus der Region Trier kandidiert, ist offenbar noch weitgehend offen. "So weit sind wir noch nicht", sagte eine Grünen-Sprecherin im Wahlkreis Trier. Im Wahlkreis Bitburg wird Alice Endres (Meckel) als mögliche Kandidatin gehandelt. Egal, wer antritt: Aussichtsreich ist wohl nur eine Platzierung zwischen eins und vier auf der Landesliste. Bei der vergangenen Wahl schafften die ersten drei rheinland-pfälzischen Grünen den Sprung in den Bundestag.
Bei der FDP gelang dies sogar fünf Kandidaten, darunter dem Dauner Liberalen Edmund Geisen. Geisen tritt allerdings nicht mehr an. In Bitburg kandidiert Marco Weber (37, Lissendorf) für die FDP, in Trier Henrick Meine (36, Trier). Ob einer der beiden Bewerber Chancen auf einen vorderen Listenplatz hat, ist eher unwahrscheinlich.
Bei den Linken wird die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner erneut im Wahlkreis 204 antreten. Auch in den übrigen 14 Wahlkreisen sollen Direktkandidaten aufgestellt werden, sagt Linken-Landeschef Wolfgang Ferner. Realistische Chancen auf ein Bundestagsmandat hat aber nur, wer ganz vorne auf der Landesliste platziert ist.Extra

Die Zusammensetzung der rheinland-pfälzischen Wahlkreise bleibt trotz der Kommunalreform weitgehend unverändert. Wegen der Auflösung der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron wechselt nach Angaben von Landeswahlleiter Jörg Berres lediglich die Ortsgemeinde Trittenheim (durch Eingliederung in die VG Schweich) in den Wahlkreis Trier. Die Ortsgemeinden Neumagen-Dhron, Piesport und Minheim verbleiben dagegen im Wahlkreis 201. sey