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CDU-Bezirk: Neuer Vorsitzender, alte Themen

CDU-Bezirk: Neuer Vorsitzender, alte Themen

Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Henter ist am Samstag zum neuen CDU-Bezirksvorsitzenden der Partei und damit zum Nachfolger von Patrick Schnieder gewählt worden. Die Zustimmungsquote fiel mit 83 Prozent eher bescheiden aus.

Daun. Die parteiinternen Analytiker hatten rasch eine Erklärung parat, warum der Konzer Jurist Bernhard Henter mit einem eher schwachen Ergebnis in sein neues Amt als Bezirksvorsitzender gewählt worden ist. Möglicherweise habe es sich dabei um eine Retourkutsche der Trierer Christdemokraten gehandelt, die sich noch an die mangelnde Unterstützung ihres Kandidaten Berti Adams im Vorfeld der vergangenen Landtagswahl erinnert hätten.
Kein Trierer in Mainz


Hätte einer der Trier-Saarburger Bewerber mit Adams den Listenplatz getauscht, säße der Ehranger Metzger immer noch im Landtag. Stattdessen aber hat die Trierer CDU in dieser Legislaturperiode nun keinen eigenen Abgeordneten in Mainz.
Bekam der Trier-Saarburger Bernhard Henter am Samstag in Daun dafür die Quittung? Möglich. Immerhin 135 der 163 gewerteten Delegierten stimmten aber für den 54-jährigen Juri sten, was einer Quote von 83 Prozent entspricht. Vor zweieinhalb Jahren bei der Wahl von Henters Vorgänger Patrick Schnieder stimmten noch rund 94 Prozent für den Eifeler Bundestagsabgeordneten. Der Zwei-Meter-Hühne aus Arzfeld trat nach nur einer Amtszeit nicht mehr an, weil er zwischenzeitlich auch zum rheinland-pfälzischen CDU-Generalsekretär gewählt worden ist.
Da fiel die Wahl fast zwangsläufig auf den langjährigen Bezirks-Vize Bernhard Henter.
Wenig verwunderlich, dass er sich in seiner Vorstellungsrede thematisch nur wenig von seinem Vorgänger abhob: Verkehr, Kommunalreform, Nürburgring, Hahn und Energiewende waren die Topthemen, die der Konzer Landtagsabgeordnete ansprach. Tenor: Die rot-grüne Landesregierung verbockt alles.
Das hatte zuvor auch der scheidende CDU-Bezirksvorsitzende Patrick Schnieder gesagt, wenn es auch bei ihm ein wenig überzeugender rüberkommt. Es mag daran liegen, dass Schnieder als CDU-General die verbale Attacke einfach besser kann. Henters Abschlussbemerkung klang nach einem Appell an die Delegierten, ihn mit möglichst breiter Mehrheit zu wählen.
Der Appell verhallt


Intern dürfe auch unter seiner Führung heftig diskutiert werden, sagte der 54-Jährige, "aber nach außen müssen wir geschlossen auftreten". Der Appell verhallte. Allerdings nur bei der Wahl des Schnieder-Nachfolgers. Henters drei Stellvertreter schnitten deutlich besser ab als der neue Vorsitzende: Udo Köhler (Trier) kam auf 94 Prozent Zustimmung, Moritz Petry (Holsthum, Eifelkreis Bitburg-Prüm) auf 92 Prozent und Elfriede Meurer (Wittlich) auf 91 Prozent. Auffällig war, dass viele Delegierte zum Parteitag gar nicht erst erschienen. 250 Delegierte sollten da sein, nur 178 kamen dann tatsächlich. Die geringste Fehlquote gab es übrigens im Kreisverband Trier-Saarburg. Von dieser Seite aus dürfte es an Unterstützung des neuen Vorsitzenden nicht gemangelt haben.
Extra

Der neue Bezirksvorstand:Vorsitzender: Bernhard Henter (Konz) Stellvertreter: Udo Köhler (Trier), Elfriede Meurer (Wittlich), Moritz Petry (Holsthum) Schatzmeister: Alois Manstein (Vulkaneifel) Beisitzer: Dennis Junk, Karin Oster, Thomas Kröffges (alle Bernkastel-Wittlich), Rudolf Becker, Werner Dimmer, Gerhard Kauth, Ilona Zeimens (alle Eifelkreis Bitburg-Prüm), Karl-Heinz Frieden, Sascha Kohlmann, Simone Thiel, Alexandra Wagner (alle Trier-Saarburg), Jutta Albrecht, Dirk Louy (beide Trier), Heinrich Braun, Sieglinde Schmitz (beide Vulkaneifel). seyExtra

Bernd Henter, den neuen Vorsitzenden des CDU-Bezirks Trier Warum wollten Sie CDU-Bezirkschef werden? Henter: Es ist quasi eine natürliche Entwicklung. Ich war lange Jahre Vize, und jetzt hat mein Kreisverband gesagt: Du kannst das machen. Die Zustimmung hielt sich in Grenzen … Henter: Es war eine geheime Wahl, das ist Demokratie. Ich weiß nicht, woher die Vorbehalte kommen. Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger? Henter: Ich setze die Tradition fort. Wir sind in der Region die stärkste politische Kraft, machen bürgernahe und erdverbundene Politik. Wir sind fest verwurzelt in den Gemeinden und haben einen guten Draht nach Mainz. seyExtra

 Bernd Henter.TV-Foto:Klaus Kimmling
Bernd Henter.TV-Foto:Klaus Kimmling

verabschiedeten die CDU-Delegierten einen Antrag, in dem eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten älterer Mütter gefordert wird. … fordert die CDU, dass wirksame Schritte gegen den Unterrichtsausfall ergriffen werden. … hielt der CDU-Europaabgeordnete Werner Langen ein flammendes Plädoyer für den Euro. sey