CDU-Triumph

BERLIN. Bei CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer zeigten die Mundwinkel gestern abend steil nach oben: "Ein sensationeller Tag für die CDU”, schwärmte Meyer mit einem breiten Grinsen in der Berliner Zentrale der Union.

"Die CDU kann überall in Deutschland gewinnen”, bejubelte Laurenz Meyer schon kurz nach der ersten Hochrechnung das Wahlergebnis. Und schon glaubt man bei der Union, bereits die richtigen Rückschlüsse aus der Niederlage bei der Bundestagswahl 2002 gezogen zu haben: Damals zeigte sich ein besondere Schwäche der CDU in den großen Städten. Mit der absoluten Mehrheit in der Hansestadt "hat sich bewährt, dass wir an unserem liberalen, offenen und großstädtischen Profil gearbeitet haben”, so Meyer überzeugt. Der designierte SPD-Chef Franz Müntefering habe jedenfalls schon vor seinem Amtsantritt eine "Quittung” bekommen. Nur wenige Kilometer entfernt bot sich hingegen ein völlig anderes Bild: Cornelia Pieper, Generalsekretärin der FDP, wirkte zerknirscht und konnte ihre Enttäuschung über das miserable Abschneiden ihrer Partei nicht verbergen. Möglichst schnell beenden will das bürgerliche Lager nun die seit Wochen andauernde Debatte um einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. "In den nächsten Tagen” soll eine Entscheidung fallen, sagte die CDU-Vorsitzende Angela Merkel gestern. Selbstbewusst gab sich die Unionschefin zwar, aber nach wie vor will sie an ihrer Marschrichtung festhalten, mit der FDP nach einem Kandidaten für das Amt zu suchen. In Berlin heißt es, dass der Wahlausgang an Elbe und Alster "die Angelegenheit nicht einfacher gemacht hat”. Denn das schlechte Abschneiden der FDP dürfte dem Vorsitzenden Guido Westerwelle nun ungemütliche Wochen bescheren - der Wahlausgang in Hamburg könnt nämlich von seinen Kritikern als Quittung für den bundespolitischen Kurs interpretiert werden. Konsequenz: Um Führungsstärke zu beweisen, wird der Oberliberale in der Präsidentenfrage eventuell auf einen eigenen Kandidaten setzen.