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CDU will Vorschule für Fünfjährige

CDU will Vorschule für Fünfjährige

TRIER. (wie) Kinder werden zum Wahlkampf-Thema: Sowohl Landesregierung als auch die CDU setzen auf frühkindliche Förderung. Während man im Mainzer Bildungsministerium das Bildungsangebot in den Kindergärten verstärkt, will die CDU eine Pflicht-Vorschule für alle Fünfjährigen einführen.

Frühförderung von Kindern - das hat sich sowohl die sozialliberale Landesregierung als auch die CDU auf die Fahnen geschrieben. Die Konzepte dazu sind unterschiedlich. Das Land setzt auf mehr Bildung in den Kindergärten. Ein Schritt dahin: Ab sofort ist das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei, damit alle Fünfjährigen vor der Einschulung im Kindergarten auf die Grundschule vorbereitet werden können. Bislang gingen 93 Prozent dieser Kinder in den Kindergarten. Mit der Beitragsfreiheit können Eltern im Schnitt 600 Euro pro Kind sparen. Das Land gibt dafür 25 Millionen Euro aus. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule verbessert werden. Die vorschulische Sprachförderung wird verstärkt. Nun kontert die CDU mit einem eigenen Frühförder-Konzept: Statt in den Kindergarten sollen alle Fünfjährigen in einer Vorschule fit für die Grundschule gemacht werden. Wer mit sechs Jahren immer noch nicht das nötige Basiswissen hat, soll weiter gefördert werden, notfalls bis acht Jahre. "Ein Viertel aller ABC-Schützen hat Sprach- und damit auch Lernprobleme, die sich negativ auf ihre weitere schulische und berufliche Karriere auswirken", begründet CDU-Chef Christoph Böhr den Vorschlag. Unterrichtet werden sollen die Kinder in altersgemischten Gruppen. Er hofft, damit die Zahl der Hauptschulabbrecher zu reduzieren. Schulische Defizite seien am ehesten zwischen fünf und acht Jahren zu beheben. "Die Kinder werden individuell gefördert", sagt Böhr. Zwar soll das Vorschuljahr für alle Fünfjährigen Pflicht werden, trotzdem hält die CDU weiter an der Einschulung mit sechs Jahren fest. Weil die Kindergärten dadurch einen Jahrgang verlieren, würden mehr Betreuungsplätze für unter Dreijährige geschaffen. Dadurch könnten allen Zweijährigen Kindergartenplätze angeboten werden. Ganz neu ist das Konzept der so genannten Neuen Grundschule nicht. In Baden-Württemberg gibt es seit neun Jahren ein vergleichbares Projekt. Auch dort wird in jahrgangsgemischten Klassen jeder Schüler nach Begabung und Talent gefördert.