Das AKW Mülheim-Kärlich - eine Chronik

Das AKW Mülheim-Kärlich - eine Chronik

Elf Jahre im Bau, 13 Monate am Netz, elf Jahre betriebsbereit: Das Atomkraftwerk in Mülheim-Kärlich bei Koblenz wird derzeit zurückgebaut. Der TV gibt eine Überblick über die Geschichte des Kraftwerks.

1975: Nachdem die Planungen für ein Atomkraftwerk (AKW) in Rheinland-Pfalz bereits seit Ende der 1960er Jahre laufen, wird 1975 mit dem Bau des AKW Mülheim-Kärlich begonnen. Um nicht über einer unterirdischen Verwerfungslinie zu bauen, wird der Standort des Kraftwerks um 70 Meter nach Westen verschoben.Die Verschiebung wird in der zweiten Teilgenehmigung erteilt, in die erste Teilgenehmigung aber nicht nachträglich übertragen. Klagen von Gemeinden und Privatpersonen verzögerten den Bau.

1986: Die Anlage nimmt ihren nuklearen Probebetrieb auf.

1987-1988: Das Kraftwerk geht vom 1. August 1987 an ans Netz. Aufgrund der fehlenden Standortkorrektur wird die erste Teilgenehmigung jedoch am 9. September 1988 aufgehoben. In seinen 13 Monaten Laufzeit erzeugt das Kraftwerk Mülheim-Kärlich 11,3 Terawattstunden Leistung.

1989-2000: Die erste Teilgenehmigung wird noch 1989 neu beantragt und erteilt, jedoch ohne Sofortvollzug. Es folgen juristische Auseinandersetzungen, die die folgenden elf Jahre andauern. Bis 2000 wird das AKW Mülheim-Kärlich betriebsbereit gehalten.

2000: Im Zuge der Verhandlungen der rot-grünen Bundesregierung zum Ausstieg aus der Kernenergie verzichtet RWE am 14. Juni 2000 endgültig darauf, das Kraftwerk Mühlheim-Kärlich in Betrieb zu nehmen. Als Ausgleich können 107 Terawattstunden auf andere Kernkraftwerke übertragen werden.

2001: RWE reicht am 12. Juni 2001 den entsprechenden Antrag auf Stilllegung und Rückbau des Kraftwerks bei der zuständigen Genehmigungsbehörde ein.

2002: Die letzten Brennelemente werden abtransportiert.

2004: Nachdem das rheinland-pfälzische Umweltministerium am 16. Juli 2004 die Genehmigung für die Stilllegung und den Abbau erteilt hat, beginnt der Rückbau des AKW. fas

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