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Das Klima in der Region wird extremer

Das Klima in der Region wird extremer

TRIER. (ik/mr) Es wird heißer – das bekommt auch die Region zu spüren. Forscher erwarten, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur 2100 in vielen Gegenden Deutschlands um bis zu 3,5 Grad höher liegen wird als im vergangenen Jahrhundert. Landwirte beispielsweise in der Eifel stellen sich auf tief greifende Veränderungen ein.

In Südwestdeutschland werden die Sommer trockener, im Winter ist dagegen gerade in den Mittelbirgen Süd- und Südwestdeutschlands mit einem Drittel mehr Niederschlägen zu rechnen: Die Modellrechnungen des Hamburger Max-Planck-Instituts, das im Auftrag des Umweltbundesamts erstmals die Folgen des Klimawandels für einzelne Regionen errechnet hat, sorgen für Furore. Die Jahresmitteltemperaturen werden den Forschern zufolge bis zum Jahr 2100 um 2,5 bis 3,5 Grad im Vergleich zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steigen - je nachdem, wie hoch die Treibhausgas-Emissionen künftig ausfallen.

Die klassischen vier Jahreszeiten weichen diesem Szenario zufolge mehr und mehr einem Klima mit einer Trocken- und einer Regenzeit. Zudem prophezeien die Klima-Experten eine Zunahme extremer Wetterereignisse. Es wird danach längere Hitzewellen geben und häufigere Stürme, auch sintflutartige Regenfälle werden zunehmen. Die Folgen: Neue Pflanzen dringen in unsere Breiten vor. Die Waldbrandgefahr steigt. Es dürfte Einschränkungen bei der Binnenschifffahrt geben. Auch mit neuen Krankheiten ist zu rechnen - Vorboten könnten die jüngsten Fälle der Blauzungenkrankheit bei Rindern sein. Sie wird von Insekten übertragen, die es bisher bei uns nicht gab.

Vor allem Bauern und Winzer befassen sich mit dem Klimawandel. Im Dienstleistungszentrum (DLR) Eifel etwa erforschen 18 Experten die Folgen. Sie berichten von der Ausbreitung neuer Schadpflanzen und der Zunahme von Blattläusen. Es gibt Probleme beim Anbau von Braugerste, die durch die steigenden Temperaturen notreif wird. Im Weinbau drohen junge Reblagen zu vertrocknen. Und Tiere fressen weniger, ihre Leistungsfähigkeit sinkt.

Während das DLR nach Konzepten zur Anpassung an die steigenden Temperaturen sucht, pocht das Umweltbundesamt auch auf stärkeren Klimaschutz. So müssten etwa die Treibhausgas-Emissionen deutlich gesenkt werden. Das sei auch ökonomisch sinnvoll, argumentiert die Behörde: Die Kosten für anspruchsvollen Klimaschutz lägen bei einem Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, während die Schäden eines ungebremsten Klimawandels bis zu zehn Prozent ausmachen könnten.