Das Leben wird immer teurer

Jeder Verbraucher merkt es: Man muss mehr ausgeben, ohne dass man mehr hat. Die Preise in Deutschland steigen. Im Juni waren die Lebenshaltungskosten so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Trier. 1040 Euro. So viel kosten derzeit 1000 Liter Heizöl in Trier. Vor einem Jahr waren es noch 695 Euro. Das Leben in Deutschland ist teurer geworden. Die Preise sind innerhalb eines Jahres um 3,3 Prozent gestiegen. So viel wie seit 15 Jahren nicht mehr. Schuld daran sind in erster Linie die hohen Energiepreise. Heizöl ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes um mehr als die Hälfte teurer geworden. Die Preise stiegen seit Juni 2007 um 64,8 Prozent, und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Daher muss auch an den Tankstellen in den nächsten Tagen mit höheren Preisen gerechnet werden. 1,599 Euro kostete gestern noch immer der Liter Super in Trier, 1,549 Euro mussten für Diesel bezahlt werden. Ein Ende ist nicht in Sicht

Um fast 15 Prozent legten die Spritpreise seit einem Jahr zu. Hauptpreistreiber war vor allem Diesel, für den im Juni 30 Prozent mehr an der Zapfsäule bezahlt werden musste als vor einem Jahr. Ohne die hohen Öl- und Spritpreise hätten sich die Lebenshaltungskosten in Rheinland-Pfalz nach Angaben der Statistiker lediglich um 2,2 Prozent erhöht. So stiegen die Preise im Land genau wie im Rest der Republik um 3,3 Prozent - der höchste Wert in Rheinland-Pfalz seit 1995. Denn durch die hohen Energiekosten haben sich auch die Nebenkosten für Wohnungs- und Hausbesitzer um 4,3 Prozent erhöht. Strom und Gas wurden jeweils um gut sechs Prozent teurer. Allein innerhalb eines Monats machten die Energiepreise im Land einen Satz um 2,4 Prozent nach oben. Und die Preise steigen weiter. Ab 1. Juli erhöhen etliche Versorger ihrer Tarife für Strom und Gas, auch die Kunden der Trierer Stadtwerke müssen von da an mehr fürs Gas bezahlen. Und für Oktober steht die nächste Erhöhung ins Haus. Experten zufolge muss man für ein Durchschnittshaus ab Juli 130 Euro mehr im Jahr für Strom und Gas ausgeben. Es sind aber nicht nur die Energiepreise, die die Verbraucher immer stärker belasten. Auch Lebensmittel, allen voran Milch, Butter und Eier sind teurer geworden, insgesamt um 7,2 Prozent. Butter kostet derzeit knapp elf Prozent mehr als vor einem Jahr, Margarine sogar 28 Prozent. Der Preis für Mehl ist mit fast 38 Prozent unter allen Lebensmitteln am deutlichsten gestiegen, gegenüber 2005 müssen Verbraucher dafür sogar zwei Drittel mehr bezahlen. Doch nicht alles wurde teurer. Für Kleidung muss im Schnitt weniger bezahlt werden, auch Obst wie Bananen und Trauben wurden laut Statistik billiger. Positiv wirkt sich auch der Preiskampf der Handy- und Festnetzanbieter aus. Die Gebühren sanken innerhalb eines Jahres um über drei Prozent. Die Statistiker erwarten angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten einen Rückgang des Konsums.